Lieferengpass

Grippeimpfstoff: Einzelimport wegen Engpass APOTHEKE ADHOC, 05.12.2018 07:58 Uhr

Was aber sind aus Sicht der Kasse die Ursachen für den Engpass? „Durch Wegfall der Impfstoffrabattverträge sind die Hersteller keine Vertragspartner der Krankenkassen mehr, dadurch gibt es keine vertraglichen Verpflichtungen, ein bestimmtes Kontingent an Impfstoffen nach Thüringen oder Sachsen zu liefern.“ Laut Paul-Ehrlich-Institut (PEI) wurden 15,7 Millionen Impfdosen freigegeben. „2017 waren es 17,9 Millionen. Damit wurden 2,2 Millionen Impfdosen weniger als in der Vorjahressaison in Verkehr gebracht“, schreibt die AOK Plus. „Das ist unverständlich, gerade in Anbetracht der – auch herstellerseitig initiierten – öffentlichen Diskussionen des letzten Jahres zum Thema Grippeimpfstoffversorgung.“

Apotheker in Thüringen können seit mehr als zwei Wochen keine Grippeimpfstoffe mehr erhalten. „Bei allen Lieferanten ist momentan nichts zu holen“, sagte Verbandschef Stefan Fink. Sollte es zu einer Grippewelle kommen, „dann schauen wir in die Röhre“. Die Verantwortung für die Situation sieht Fink bei der Pharmaindustrie und den Krankenkassen.

Fink sagt, die Krankenkassen hätten erst im April mit der Industrie die Preise für den Vierfachimpfstoff gegen Influenza verhandelt. Apotheken hätten aber bereits im Februar und März ihre Bestellungen auslösen sollen. Denn die Auslieferung der Impfdosen erfolge in der Reihenfolge, in der die Bestellungen eingegangen seien. „Die Krankenkassen verlangen von den Apotheken, den Impfstoff zu nehmen, der im Preis am wirtschaftlichsten, also am preiswertesten ist“, beschreibt Fink die Situation. Die Apotheker hätten zunächst keine Bestellungen ausgelöst, weil sie nicht wussten, bei welchem Anbieter dies gewährleistet gewesen wäre. „Und niemand legt sich für 10.000 Euro Impfstoffe hin, von denen er nicht weiß, ob er sie dann auch abgeben darf.

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