Grippeimpfstoff: Apotheker sollen draufzahlen

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Einfacher ist es in den neuen Bundesländern. Die Abgabe von Einzelimporten zu Lasten der AOK Plus ist laut den Lieferverträgen für Sachsen und Thüringen genehmigungsfrei. Apotheker müssen jedoch mindestens zwei Kostenvoranschläge einholen und die Ware wirtschaftlich beziehen. Das Sächsische Oberlandesgericht (OLG) hatte im vergangenen Jahr in einem anderen Fall entschieden, dass die Kassen den tatsächlichen Preis eines Einzelimports bezahlen müssen. Für die AOK Plus kann es teuer werden, denn zusätzlich können auch Beschaffungskosten bis zu 8,93 Euro brutto genehmigungsfrei abgerechnet werden. Auf der Vorderseite der Verordnung sind außerdem Einkaufspreis und Bezugsland zu dokumentieren.

Der BAV gibt auch über die Preisberechnung des „Massenimports“ nach Allgemeinvergütung Auskunft. Apotheken in Bayern dürfen „im Falle des Eintreffens einer größeren Menge an Grippeimpfstoffen, für die eine Gestattung des Herstellers/Importeurs vorliegt, eine Abrechnung über den Sprechstundenbedarf, d. h. AEK plus 1 Euro pro Impfdosis plus Mehrwertsteuer mit dem Sonderkennzeichen 09999005“ abrechnen. Der BAV stellt dabei in Aussicht: „Wir werden Sie bei Vorliegen dieses Umstandes gesondert informieren.“

Vor etwa zwei Wochen hatte der BAV angekündigt, es stünden etwa 20.000 Impfdosen aus Frankreich in Aussicht, die den Freistaat in einigen Wochen erreichen sollen. Jetzt rudert der BAV zurück. Die prognostizierte Zahl könne nach derzeitigem Kenntnisstand nicht erreicht werden. „Aus dieser Erfahrung heraus wollen wir auch keine Spekulationen über mögliche, weitere Lieferungen anstellen. Zumal wir als BAV nicht in die Logistik- und Handelskette eingebunden sind.“

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