Zwei Wochen Apotheke oder zwei Wochen Quarantäne

Grenzen dicht – Apotheker kommt nicht mehr nach Hause

, Uhr

Doch es führte kein Weg daran vorbei. „Wenn ich jetzt nach Hause fahre, muss ich 14 Tage in Quarantäne“, erklärt Lewandowski. Sieht er seine Familie, fällt er mindestens zwei Wochen auf Arbeit aus. Für die Markt-Apotheke mit ihren acht Mitarbeitern wäre das ein schwerer Schlag. Eine Lösung musste also her. Und die beiden Apotheker hatten Glück im Unglück: „Ich habe selbst eine Ferienwohnung im Haus, die ich vermiete. Ich brauche die auch für meine Vertreter, deshalb ist da alles vorbereitet“, erklärt Halbauer. Also quartierte er seinen Angestellten über der Apotheke ein. „Es ist gut, dass mir meine Kollegen hier so helfen können, die Apotheke muss ja irgendwie funktionieren“, sagt Lewandwoski.

Das heißt jedoch noch lange nicht, dass es eine leichte Entscheidung gewesen wäre. „Meine Frau war einverstanden, aber für meinen Sohn ist es sehr schwer. Er fragt immer nach mir und will mit mir spielen“, erzählt er. „Auch für mich persönlich ist es schwer. Wir haben uns vorher noch nie so lange voneinander getrennt. Wenn ich hunderte Kilometer nach Westdeutschland fahre, dann ist das etwas anderes. Aber jetzt ist meine Familie ist so nah und doch so weit weg.“

Halbauer weiß das Engagement seines Approbierten zu schätzen. „Es gibt auch Leute, die holen sich einen Krankenschein, drehen sich auf der Stelle um und gehen“, sagt er. „Dank der Einsatzbereitschaft meiner Mitarbeiter sind wir aber sehr gut durch die letzten Wochen gekommen.“ Einer Dauerlösung kann es dennoch nicht sein. Lewandowski hat entschieden, über Ostern zu seiner Familie zu fahren. Am Donnerstag reist er ab – und bleibt dann zwei Wochen weg? „Das weiß ich noch nicht, wir können ja noch nicht sagen, was in ein paar Tagen kommt. Das letzte Mal haben sie auch ganz kurzfristig entschieden.“ Hoffnung hat er also noch, dass er nach den Feiertagen eventuell doch zurückkehren kann. Und wenn nicht? „Dann kann er erstmal Überstunden abbauen“, sagt Halbauer. „Er hat ja jetzt zwei Wochen durchgearbeitet.“

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

Neuere Artikel zum Thema
Mehr aus Ressort
Vorgaben für Personal, Räume und Dokumentation
Grippeimpfungen in Apotheken – Die Regeln »
Rampe baulich nicht machbar
Die Krux mit Treppenstufe 3 »

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Umlautprobleme und Botendienstsorge
E-Rezept: Vor- und Nachteile in der Praxis»
Ärzt:innen warnen vor Zwangseinführung
KV Hessen: Resolution gegen das E-Rezept»
Auf antibakterielle Wirkstoffe besser verzichten
Hautcremes können dem Mikrobiom schaden»
Erste Leitlinie für Diagnose & Behandlung
Vitiligo: Wenn der Haut die Pigmente fehlen»