Gratis Coronatests: Ansturm auf Apotheken

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Einzelne Apotheken gehen aber bereits einen anderen Weg: Die Urania-Apotheke in Wien beispielsweise weist Kunden direkt zu Beginn des Telefonats mit einer automatischen Ansage darauf hin, dass sie telefonisch keine Termine buchen können. Stattdessen hat sie auf ihrer Apothekenhomepage ein eigenes Terminportal eingerichtet. Kunden müssen dort ein Zeitfenster eingeben, in dem sie verfügbar sind, und kriegen dann einen Termin zugewiesen. Die Apotheke hatte die Antigen-Tests bereits zuvor zum Selbstzahlerpreis von 27 Euro angeboten, seit Montag führt sie sie kostenlos durch. Das Ergebnis erhalten sie laut Eigenangaben rund 15 Minuten nach dem Test per E-Mail.

Auch Simonitsch ist schon moderner aufgestellt, sie nutzt ebenfalls ein digitales Termintool. Die Zeit, das einzurichten, nahm sie sich, nachdem sie Ende Oktober gezwungen war, die Tests zeitweise einzustellen und in ihrer Apotheke nachzurüsten. „Davor hatten wir zwischen 100 und 150 Anrufe täglich“, erzählt sie. Durch die Bekanntmachung der Gratistest ab Montag sei das Anrufaufkommen wieder etwas gestiegen, allerdings muss dann nur noch auch das Termintool verwiesen werden. Simonitsch ist also auch Ansturm-geprüft: „Uns hat die Schlange um den gesamten Häuserblock gestanden. Ich hatte schon Sorge, dass wir Ärger mit anderen Anliegern kriegen.“

Dass die Masse sich ins Netz verlagert hat, könne sie eindeutig sehen: „Allein im Dezember hatten wir knapp 270.000 Zugriffe auf unsere Internetseite! Seit dem 9. November sind wir durchgehend ausgebucht.“ Über 20.000 Tests habe sie allein im vergangenen Jahr durchgeführt, rund 350 am Tag seien es. Dank der vorhandenen Infrastruktur sei sie deshalb auch am Montag gut aufgestellt für den Ansturm. „Wir sind da schon etwas weiter als andere Apotheken. Wir haben eine gut funktionierende Teststraße und unsere Abläufe ändern sich nur geringfügig. Durch die Erstattung ist es sogar ein wenig einfacher geworden, weil wir nicht mehr abkassieren müssen.“ Trotzdem plant Simonitsch, das Angebot – auch angesichts der neuen Teststrategie – noch größer aufzuziehen. So schaue sie gerade, wie sie noch mehr Personal abstellen kann, um noch längere Testzeiten anzubieten. „E tut mir furchtbar leid, wenn ich jemanden wegschicken muss, weil wir keine Kapazitäten frei haben. Denn so einen Test sollte man niemandem verwehren müssen“, sagt sie. „Ich bin deshalb dabei, die Testkapazitäten noch auszuweiten. Wir haben das Personal und das Know-how – und was wir gerade machen ist wirklich sehr wichtig.“

 

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