Constella-Kostenübernahme

Geheime Absprache: Kasse gibt Retax-Ehrenwort Carolin Ciulli, 19.08.2019 10:04 Uhr

Constella kostet rund 260 Euro. Der Apotheker informierte die Patientin, dass er keine schriftliche Bestätigung zur Kostenübernahme erhalte. Er erklärte ihr, dass sie es selbst zahlen und die Rechnung bei ihrer Kasse einreichen könne. „Vielleicht lässt sich eine andere Apotheke darauf ein, mir ist das zu heiß.“ Letztlich ging die Kundin zu einem Mitbewerber.

Hintergrund für die fehlende Normgröße ist ein zurückliegender Streit zwischen dem früheren Anbieter Almirall und dem GKV-Spitzenverband. Der spanische Hersteller hatte Constella 2013 eingeführt, sich im AMNOG-Verfahren aber nicht auf einen auskömmlichen Preis mit dem GKV-Spitzenverband einigen können. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hatte keinen Zusatznutzen gesehen; im Rahmen dieser Vergleichstherapie sollten daher lediglich die Jahrestherapiekosten für den Wirkstoff Mebeverin herangezogen werden.

Daraufhin wurde Constella in Deutschland vom Markt genommen. Finanziell habe es keine andere Wahl gegeben, kommentierte Almirall-Chef Farid Taha 2014. Der Preis spiegele den Innovationscharakter und den Nutzen für die Patienten „in keinster Weise“ wider.

Ein entsprechendes Gerichtsverfahren zum Schiedsspruch wurde 2018 vom Landessozialgericht Berlin/Brandenburg zugunsten von Almirall entschieden. Doch der GKV-Spitzenverband zog daraufhin vor das Bundessozialgericht (BSG), erst im März wurde in Kassel verhandelt. „Um Constella trotzdem auch in Deutschland wieder verfügbar zu machen, blieb uns nur der Weg einer Großpackung außerhalb der Packungsgrößenverordnung, die nicht erstattbar ist. Andernfalls könnten Patienten in Deutschland das Produkt gar nicht beziehen oder müssten Constella umständlich über Einzelimporte aus dem europäischen Ausland beziehen“, so die Sprecherin.

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