NDR-Beitrag

Floriana Sabatino erklärt den Impfstoffengpass Nadine Tröbitscher, 06.12.2018 14:22 Uhr

Allerdings muss länger als üblich auf die Ware gewartet werden. Anders als bei Bestellungen über den Großhandel, die wenige Stunden später ausgeliefert werden, erreicht der Import die Apotheke in der Regel erst nach sieben bis zehn Tagen. „Aber wir haben die Möglichkeit, wieder etwas zu bekommen und die Kunden zu beliefern.“ Die zusätzlichen Impfdosen kommen aus Großbritannien und entspannen die Situation. Wer noch einen Grippeimpfstoff braucht, kann mit einer Wartezeit von circa acht bis zehn Tagen vorbeikommen.

„Ich glaube, dass sich bis zum Ende der Saison die Lage wieder entspannt hat“, prophezeit Sabatino. Aber wie konnte es zu dem Dilemma kommen? „Wir haben in diesem Jahr von den Ärzten weniger Vorbestellungen erhalten, als im Vorjahr“, erinnert sich die Apothekerin. Zudem sei eine höhere Impfbereitschaft vorhanden, die der schweren Grippewelle 2017/2018 mit etwa bundesweit 1600 Toten geschuldet ist.

Dass im nächsten Jahr die Versorgung reibungslos verläuft, bleibt zu hoffen. Sabatino wünscht sich eine „vorausschauende Planung“. „Das Thema Impfstoffe ist für alle Parteien schwierig und jedes Jahr ein Spiel mit dem Feuer. Eine optimale Lösung gibt es nicht, denn das Risiko auf den Impfstoffen sitzen zu bleiben, kann und will niemand übernehmen. Weder der Hersteller noch die Ärzte und Apotheker.“

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