Falle Plexiglas: Gefährliche Aerosolansammlungen?

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Plexiglaswände als Risikofaktor?

Verschiedene Schutzmaßnahmen, wie die mittlerweile zum Standard gehörenden Plexiglaswände, könnten aufgrund der Aerosol-Eigenschaften jedoch sogar problematisch sein: „Die Aerosolwolke trifft dadurch das Gegenüber zwar nicht direkt, erreicht ihn letztlich aber doch, indem sie sich im Raum verteilt“, erklärt Professor Dr. Martin Kriegel von der Gesundheitstechnischen Gesellschaft. In schlecht belüfteten Bereichen eines Raumes könnte es so zu gefährlichen Aerosolansammlungen kommen.

„Da wir 24 Stunden am Tag atmen und ein Erwachsener dabei zwischen 10 und 25 m³ Luft ein-­ und wieder ausatmet, genügen schon geringe Aerosolkonzentrationen bei der Freisetzung, um erhebliche Mengen von potenziell mit Viren beladenen Aerosolparti­keln in die Umwelt abzugeben“, schreibt die Gesellschaft für Aerosolforschung in ihrem Positionspapier. Die exhalierten Partikel bestehen aus Lungenflüssigkeit, dem sogenannten „Surfactant“, in dessen Partikeln auch Viren gefunden werden konnten. „In derzeit laufen­den Untersuchungen wurde festgestellt, dass bei einer Atemwegsinfektion die Anzahl der exhalierten Partikel dramatisch auf Werte von mehreren zig-­ bis hunderttausend Partikeln pro Liter Luft ansteigen kann.“

Aufgrund ihrer kleinen Größe können die winzigen Partikel tief in die Lunge bis zu den ACE-2-Rezeptoren vordringen, welche als Eintrittspforte für Sars-CoV-2 gelten. „Schon beim normalen Atmen – mehr noch beim Sprechen oder Singen – werden die Viren wieder abgeatmet. Vom Verbreitungs­mechanismus her stehen die Coronaviren daher evolutionär an der Spitze“, verdeutlicht Dr. Thomas Voshaar, Chefarzt der Lungenklinik im Moerser Bethanien Krankenhaus.

 

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