Bargeldloses Bezahlen

Faktencheck: Kartenzahlung in Apotheken Gabriele Hoberg, 16.05.2018 13:08 Uhr

Welche Kosten fallen für Apotheker im stationären Handel weiterhin an?
Für Kartenterminals gelten in der Regel monatliche Mietkosten von rund 15 Euro. Jeder Zahlungsvorgang wird dann zusätzlich mit einem Betrag zwischen 4 und 8 Cent abgerechnet, je nach Anbieter. Bei einem angenommenen Durchschnittsumsatz von 50 Euro pro Kunde und Monat zahlt der Apotheker an Servicegebühren je nach Dienstleister zwischen 21 Cent bei EC-Kartenkunden und 1 Euro bei Kreditkartenkunden.

Welche Möglichkeiten hat der stationäre Apotheker, die anfallenden Kartengebühren im Rahmen zu halten?
Unabhängig von der neue Gebührenregel können Apotheker nach wie vor für ihr Geschäft festlegen, ab welcher Umsatzhöhe sie EC- und Kreditkarten annehmen. Hier sind laut den Erfahrungen der Diskutanten aus dem LABOR 5 oder 10 Euro Mindestumsatz gängige Größen. Nach wie vor gibt es Apotheken, die ausschließlich EC-Karten annehmen, weil es für sie schlichtweg das kostengünstigere Zahlungsmittel ist. Allerdings erheben die Banken auch für den Umgang mit Bargeld bereits Gebühren.

Bleiben Apotheker mit der Forderung nach einem Mindestumsatz bei Kartenzahlung konkurrenzfähig?
Im Einzelhandelsgeschäft erfolgt das Zahlen mit Karte bereits überwiegend ganz ohne Mindestumsatz. Gerade bei Einkäufen von Produkten aus dem Freiwahl- und OTC-Segment könnte die Umsatzschranke Apothekenkunden im Zweifel verstärkt in Drogerien, Reformhäuser und Einzelhandelsgeschäfte treiben. Laut der gerade veröffentlichten Studie „Kartengestützte Zahlungssysteme im Einzelhandel 2018“ des Forschungs- und Bildungsinstituts für den Handel (EHI) wird das Zahlen mit Karte bei deutschen Konsumenten immer beliebter. Jeder zweite Euro wandert mittlerweile bargeldlos in die Kassen des Einzelhandels, der Wachstumstreiber ist dabei die EC-Karte.

Insgesamt wuchsen im Einzelhandel die kartengestützten Umsätze um 9,8 Milliarden Euro auf knapp 197 Milliarden Euro. Das entspricht einem Anteil von 47 Prozent (Vorjahr 45,6 Prozent) am Gesamtumsatz der Einzelhandelsgeschäfte in Höhe von 420 Milliarden Euro. Der Umsatzanteil der EC-Karte wuchs um fast 10 Milliarden auf 110 Milliarden Euro, was mehr als die Hälfte der kartengestützten Umsätze ausmacht. Laut EHI-Studie soll das auch an der wachsenden Verbreitung des kontaktlosen Bezahlens liegen. Die kontaktlose EC-Karte wird aktuell bereits von mehr als der Hälfte (56,3 Prozent) der Händler akzeptiert. Im Vorjahr waren es erst 7 Prozent.

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