E-Rezept: „Wir wollen alle Apotheken“

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Vergangenes Jahr ist die promovierte Gesundheitsökonomin aber nach Deutschland zurückgekehrt. Gemeinsam mit vier Mitarbeitern soll sie von Berlin-Mitte aus das Kry-Rezept hierzulande ausrollen. „Kein anderer Anbieter in Europa hat mehr Erfahrung mit den technischen und operationellen Abläufen als wir. Unsere Ambition ist natürlich, wie in Schweden Marktführer zu werden“, sagt die 34-Jährige. Bis dahin ist es aber noch ein Stück, denn erst einmal muss der deutsche Markt Schritt für Schritt erschlossen werden. Als Erstes sind auch wie bei anderen Anbietern die PKV-Versicherten dran. Voraussichtlich ab Oktober will Kry denen eine holistische Anwendung unterbreiten: Der Patient lädt eine App herunter, innerhalb derer er sich erst telemedizinisch behandeln und dann vom Arzt gleich ein Rezept ausstellen lässt. „Ein digitaler Arztbesuch ohne Möglichkeit für ein E-Rezept ist ein zahnloser Tiger“, sagt Koehn.

Rund 50 Ärzte hätten bereits ihr Interesse an einer Zusammenarbeit bekundet. „Wir kommen aber weniger über Zahl der Ärzte daher als über die Öffnungszeiten, die wir sicherstellen werden.“ In Schweden bietet Kry seinen Telemedizindienst 24/7 an, in Deutschland werde das aber nicht so sein, räumt Koehn ein. Wahrscheinlich werden es aber Öffnungszeiten von morgens bis in die späten Abendstunden. Insgesamt arbeiten in Schweden rund 600 Ärzte für Kry. Die Einbindung „echter“ Praxen sei noch nicht geplant.

Und die Apotheken? „Wir suchen gerade nach einer Lösung, wie wir die Apotheken einbinden können“, erklärt Koehn. Vor einigen Monaten hatte das Unternehmen angekündigt, das E-Rezept werde in 7000 Apotheken in Deutschland einlösbar sein – eine Zahl, die auffällig an die Kooperation zwischen Teleclinic und dem Deutschen Apothekerverlag erinnert. Die E-Rezepte von Teleclinic sollen in den 7000 Apotheken einlösbar sein, die Mitglieder der Plattform apotheken.de sind. Wird das mit den Kry-Rezepten auch so sein? Dazu wolle sie sich nicht äußern – noch nicht.

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