Dienstleistungen: „Es wäre schlimm, wenn der Nutzen gering ist“

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Puntschuh ist selbst Arzt und sieht ebenfalls keine Berührungsängste. Sein Arbeitgeber, der schweizerische Telemedizin-Anbieter Medgate, bringt den Arzt dahin, wo der Patient gerade ist. Puntschuh selbst betreut den Bereich Mini Clinic, bei dem die Videoberatung in der Apotheke stattfindet. Auch sein Motto ist: „Man muss einfach mal machen und schauen, welche Leistungen die Patienten annehmen.“ Der Service in einer Offizin in Basel sei gut angekommen: Es gibt keine Voranmeldung, keine Wartezeit aber ein breites Leistungsspektrum. Der Apotheker vor Ort könne bei Bedarf jederzeit einen Arzt per Video hinzuschalten.

In der Schweiz gibt es Telemedizin seit fast 20 Jahren, warum vor zwei Jahren das Terminal in der Apotheke dazu gekommen sei? Apotheken sind laut Puntschuh oft erster Ansprechpartner, genießen ein gutes Image und den Ruf, vor Ort zu sein. Außerdem werde das Rezept digital ausgestellt und könne sofort beliefert werden. Ein Win-Win-Situation für alle. Und ein Modell, das demnächst auch in Deutschland denkbar sein könnte, findet Puntschuh.

„Wenn Apotheker sich nur als Pillenverkäufer sehen, haben sie keine Zukunft“, sagt Puntschuh. „Sie brauchen neue Dienstleistungen, um sich neu zu positionieren.“ Gerade in der ländlichen Versorgung kann die interdisziplinäre Zusammenarbeit auch für mehr Kosteneffizienz sorgen. „Telemedizin ist eine unkomplizierte Alternative.“ Die Weiterempfehlungsrate sei hoch. „Wir sind gespannt, ob unser Konzept jetzt Schule macht auch über die Ländergrenzen hinweg.“

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