Dienstleistungen: „Es wäre schlimm, wenn der Nutzen gering ist“

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Nicht ganz so euphorisch ist Steimle. Der TK-Chefapotheker findet zwar ebenfalls, dass die Apotheke eine gute Zukunft hat. Aber dazu dürften sich die Apotheker nicht länger „an der Packung festhalten“. „Wir brauchen jetzt mutige Apotheker, die bereit sind, sich neuen Konzepten zu öffnen.“

Dass Spahn die Kassen quasi zur Zahlung von 150 Millionen Euro für pharmazeutische Dienstleistungen verpflichtet habe, dürfe man nicht als Freifahrtschein verstehen. Denn im Grundsatz sei es nur zu rechtfertigen, für Leistungen zu zahlen, die tatsächlich innovativ und sinnvoll sind. „Ich habe Sorge, dass am Ende des Tages etwas herauskommt, was nicht einmal die Stufe 1 des Berliner Modells wäre“, so Steimle. Dann könnte die Sache zum Bumerang werden: „Es wäre schlimm, wenn der Nutzen daraus so gering ist, das klar wird, dass das Geld fehlinvestiert ist.“

Laut Steimle geht es beim Thema Digitalisierung auch um mehr als nur Technik, um Kommissionierautomaten und Bestellsysteme. Für ihn sind E-Rezept und auch die digitale Patientenakte ein „Treibstoff“, der ihn geradezu euphorisch mache. „Ich glaube, es geht jetzt sehr schnell. Die Menschen sind schon da, wo die Apotheken noch nicht sind.“

Die TK sei schon sehr weit und sammle in ihrem Modellprojekt Erfahrungen, damit das E-Rezept schnell in die Abläufe der Apotheken integriert werden könne. „Wir sind überzeugt, dass es zu einer deutlichen Entlastung des bürokratischen Aufwands bei Ärzten und Apothekern kommen kann.“

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