Dienstleistungen: „Es wäre schlimm, wenn der Nutzen gering ist“

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Im Berliner Modell, das die Kammer entwickelt hat, geht es auch um die Unterstützung der Ärzte und eine Stärkung der Gesundheitskompetenz. Kategorie 1 sind einfache Dienstleistungen, die faktisch heute schon erbracht werden, nur ohne institutionalisierten Rahmen. „Ein Level zum Einsteigen.“ Kategorie 2 sind aufwendigere pharmazeutische Dienstleistungen, die zwar keine riesigen Investitionen, dafür aber Fortbildung erfordern können und zeitintensiver sind. Kategorie 3 sind neue, komplexe, pharmazeutische Dienstleistungen, bei denen die Apotheker ihre Spezialisierung nachweisen müssen.

Laut Kemmritz ist es wichtig, dass das Angebot flächendeckend vorhanden ist und dass „möglichst viele, wenn möglich alle“ Apotheken mitgenommen werden. Ihre Vorstellung: An den Modellprojekten werden sich zunächst die mutigen Kollegen beteiligen – sie müssten vorangehen, Visionen erzeugen und die nicht ganz so mutigen mitnehmen. „Jeder, der will, kann mitmachen.“

Damit sich die Apotheke den neuen Angeboten widmen kann, braucht sie Kemmritz zufolge neue Freiräume, die auch durch das E-Rezept geschaffen werden können, wenn dessen Implementierung abgeschlossen ist und der Alltag dazu reibungslos läuft. „Das wird nicht in diesem Jahr sein und vielleicht nicht im nächsten, aber wenn wir gelernt haben, damit umzugehen und der Gesetzgeber uns sichere Rahmenbedingungen dafür liefert, haben wir den Kopf frei für anderes.“

Vor diesem Hintergrund müsste eigentlich jeder mitmachen. „Mir kann kein Apotheker erzählen, dass es seine Intention war, mit einem rosa Zettel durch die Apotheke zu laufen und Packungen alphabetisch zu sortieren.“ Sie ist überzeugt: „Die Kollegen haben Bock darauf, Pharmazie zu machen und nicht Bürohengst zu sein.“ Denn damit der Beruf attraktiv bleibe, müsse er in Zukunft wieder weniger Bürokratie und mehr Pharmazie bieten. „Wir brauchen mehr Raum für das, was uns begeistert.“ Gefragt seien jetzt jede Menge Mut und Selbstbewusstsein. „The future is now, make pharmacy great again!“

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