„Die Kunden werden nicht auf Apotheken warten“

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Derzeit seien eher die Kassen die Treiber, um im Sinne des Patienten voran zu kommen. Auch bei DocMorris habe man sich schon 2013 Gedanken über die Rolle der Apotheke gemacht und in Form eines Manifests zu Papier gebracht. Jetzt sei man dabei, konkrete Angebote zu machen. „Es gibt viel mehr Apotheker, die Innovation können und wollen, denen aber heute Technologie und Handwerkszeug fehlen. Deshalb wollen wir auch Module entwickeln, die unabhängig von DocMorris funktionieren.“

Freilich: Das beste Rezept ist immer noch jenes, das – im Freiumschlag oder künftig per Knopfdruck – nach Heerlen geschickt wird. Doch Müller und sein Team sind sich längst im Klaren darüber, dass kein Bonus dieser Welt den Weg des Päckchens zum Patienten verkürzt. Aus der Versandapotheke soll daher eine Plattform werden, die möglichst viele unterschiedliche Player anbindet. Das Kalkül bei DocMorris: Sobald sich ein neues Konzept beim Patienten etabliert hat, wird er es nicht mehr vermissen wollen. Müllers Ansage daher: „Wir sind bekannt dafür, dass wir keine ‚Schnacker‘ sind, sondern tatsächlich liefern. Wir gehen davon aus, dass wir schon bald erst kritisiert und dann kopiert werden.“

Müller ist sich im Klaren darüber, dass jeder Player – ob DocMorris, ABDA oder Noventi, um nur Beispiele zu nennen – schnell ein Netzwerk aufbauen muss: „Abschotten funktioniert nicht mehr. Wer meint, in einer derart disruptiven Zeit in einem Silo zu überleben, wird schnell überrollt werden und vom Markt verschwinden.“ Aus diesem Grund werde beispielsweise die DocMorris-App offen sein: Jeder Patient könne sein Rezept einlösen, wo er wolle. „Für uns ist wichtig, dass der Kunde uns als Marke treu bleibt. Genauso muss auch die Apotheke zu dem Ergebnis kommen: ‚Ob ich eine DocMorris-App nutze, ist vollkommen egal, Hauptsache der Kunde kommt zu mir.‘“

Übrigens könne es schon aus technologischer Sicht keine Exklusivität geben, so Müller. Zu groß sei das Risiko, am Ende auf das falsche Pferd gesetzt zu haben – und es gebe genügend Akteure, die in den Markt drängten – von Softwarehäusern und Rechenzentren über Pharmaunternehmen bis hin zu IT-Konzernen. Insofern sei es vollkommen müßig, über das Thema Fremdkapital im Gesundheitswesen zu diskutieren, denn irgendjemand müsse die Investitionen schließlich finanzieren. „Wir wollen mit möglichst vielen Partnern sprechen und voneinander lernen. Nur wenn man einen solchen Weg gemeinsam geht, wird man vorankommen. Denn am Ende werden die Kunden nicht auf uns warten.“

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