Rezeptbetrug

Das Geständnis des Rezeptfälscher-Apothekers Tobias Lau, 13.02.2018 10:29 Uhr

Galya S. stützt die Geschichte ihres Lebensgefährten. Auch sie gibt sich geständig und reumütig. Wie Klaus H. kämpft auch sie mit den Tränen und verliert den Kampf, als sie anfängt, vom gemeinsamen Kind zu sprechen, für das sie ein gutes Beispiel abgeben wollte und das nun von ihnen getrennt ist. „Ich habe ganz schnell die Dollarzeichen gesehen und mich davon blenden lassen“, sagt sie.

Auch übernimmt sie die Schuld für die letzte Eskalationsstufe: Es habe zunehmend Konflikte mit Edin S. wegen der minderen Qualität der gefälschten Rezepte gegeben. Schließlich habe er versucht, sie zu erpressen. Entweder erhalte er mehr Geld oder er gehe zur Polizei und packe aus. Die Beweise dafür habe er auf dem Telefon.

Daraufhin habe sie keinen anderen Ausweg gesehen, als einen der Mitangeklagten zu fragen, „ob der da vielleicht jemanden kennt“. Der wollte sie erst abhalten, ließ sich dann aber überzeugen. Zwei tschetschenische Schläger habe sie daraufhin engagiert, die Edin S. verprügeln, ihm die Beine brechen und das Telefon mit den Beweisen stehlen sollten. Sie habe ihm „einen Schreck einjagen und eine Lehre erteilen“ wollen, „das mit dem Beinebrechen war aber übertrieben“, so die Angeklagte.

2000 Euro hätten die Tschetschenen als Anzahlung erhalten, weitere 6000 sollten nach Vollendung des Auftrags gezahlt werden. Doch dazu kam es nicht mehr, weil sich S. bereits ins Ausland abgesetzt hatte. H. jedenfalls habe sie erst später von dem Plan erzählt, er war nicht von Anfang an eingeweiht. S. fiel es sichtlich schwer, darüber zu berichten, denn sie „schäme sich unglaublich dafür“.

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