Rezeptbetrug

Das Geständnis des Rezeptfälscher-Apothekers Tobias Lau, 13.02.2018 10:29 Uhr

H. verkaufte die Medikamente dann an die beiden beteiligten Apotheker zum Großhandelspreis und machte dabei eine sogenannte „Kickback-Zahlung“ von 30 Prozent aus. Das heißt, er ließ den Großhandelspreis überweisen, ging zum Bankschalter, hob 30 Prozent des eingegangenen Geldes ab und gab es dem Apotheker in bar. War Edin S. derjenige, der den Stein ins Rollen brachte, so war es einer der beiden eingeweihten Apotheker, „der das Ganze am Laufen gehalten hat“, so Klaus H. vor Gericht.

Oft habe dieser die gefälschten Rezepte auch selbst angenommen, die Medikamente bestellt und die Rezepte dann zum Abrechnungszentrum geschickt. Die Krankenkassen wiederum hätten diese wohl nie geprüft, zumindest habe der Apotheker niemals eine Retaxation erhalten. „Das hat ihn selber gewundert“, so Klaus H. in seiner Einlassung. Nur einmal sei eine Nachfrage der AOK gekommen, aber da habe er „sich rausgeredet, dass er das Rezept gutgläubig angenommen hat“.

Die Medikamente habe er dann an Großhändler wie Noweda oder Gehe weiterverkauft und sie als Verbands- oder sonstiges Material ausgewiesen, damit seine Bücher stimmen. Klaus H. und Galya S. bekamen ihren Anteil, der jedoch weit unter dem gelegen haben soll, was in der Anklage steht. 20 Prozent seien es im Schnitt gewesen, nicht 70. Dennoch, das illegale Geschäft sei mit der Zeit gewachsen, die Summen auf den Rezepten wurden immer größer und somit auch die Anteile, die sich alle Beteiligten einsteckten. „Da konnten wir beginnen, auch ein wenig anzuhäufen“, so der Angeklagte.

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