Rezeptbetrug

Das Geständnis des Rezeptfälscher-Apothekers Tobias Lau, 13.02.2018 10:29 Uhr

Klaus H. und seine Lebensgefährtin Galya S. sollen eine Bande angeführt haben, die von 2013 bis 2016 die Krankenkassen mit gefälschten Rezepten für hochpreisige Rx-Medikamente um 2,5 Millionen Euro betrogen hat. Elf Beteiligte sollen es insgesamt gewesen sein, fünf davon Apotheker.

Gegen sechs von ihnen ist am Montag das Verfahren am Landgericht Berlin eröffnet worden. Neben Angeklagten, denen nur die Beihilfe, teils in einzelnen Fällen, vorgeworfen wird, ist darunter auch Edin S. Ihn beschuldigt Klaus H., nicht nur die Idee gehabt zu haben, sondern die treibende Kraft hinter dem organisierten Betrug gewesen zu sein.

Edin S. habe die Rezepte jedoch nicht selbst gefälscht, sondern das von einem unbekannten Dritten machen lassen, den er nur den „Zettelmann“ nannte. Um wen es sich dabei handelte, wollen die anderen Angeklagten nicht gewusst haben. Gedruckt habe die Rezepte dann eine ebenfalls unbekannte Frau, die in der Berliner Charité arbeite.

Daraufhin mussten die gefälschten Rezepte mit Hilfe zweier Apotheker mit Großhandelslizenz – die in anderen Verfahren angeklagt sind – zu Geld gemacht werden, wozu es mehrere Möglichkeiten gab. Oft haben Strohmänner die Rezepte in einer nicht eingeweihten, aber gutgläubigen Apotheke eingereicht und die Medikamente erhalten; nur gelegentlich scheiterte diese Masche.

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