DAK erfindet Teil-Retax wegen Mehraufwand

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Der Fall gibt Fragen auf. Dürfen auch Apotheken der Kasse jetzt einen durch fehlerhafte Retaxationen entstandenen Mehraufwand in Rechnung stellen? Im Klinikbereich gibt es einen solchen Schadenersatz für den Aufwand ungerechtfertigter Retaxationen. Zum anderen stellt sich die Frage nach den Herstellerabschlägen, die die DAK womöglich in vollem Maße kassiert. Denn eine korrekte Abrechnung der Herstellerabschläge wäre nur möglich, wenn die Rezepte unter Verrechnung der fehlerhaften Abrechnungsbeträge an die Apotheke zurückgeschickt und dort umgedruckt und korrigiert in die Abrechnung gegeben würden.

Hierbei handele es sich um eine Einzelfallentscheidung, so die Kasse. Das Vorgehen hat jedoch offenbar Methode, denn es liegen mehrere Fälle vor. Dennoch mahnt die DAK: „Diese Entscheidung kann nicht für bereits retaxierte Verordnungen oder zukünftige Abrechnungskorrekturen herangezogen werden.“ Außerdem wird die Apotheke auf ihre Prüf- und Sorgfaltspflicht hingewiesen. Diese könne nicht auf das Rechenzentrum übertragen werden, denn die Versorgung des Versicherten finde schließlich in der Apotheke und nicht im Rechenzentrum statt.

„Wir bitten Sie daher ausdrücklich – auch in Ihrem eigenen Interesse – bei zukünftigen gleichgearteten Verordnungen auf stimmige Abrechnungsdaten zu achten“, verabschiedet sich die Kasse.

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