Betriebsprüfung

Finanzamt verlangt QMS für Apotheken-EDV Alexander Müller, 06.03.2017 10:12 Uhr



Ganz so einfach ließe sich das in der Praxis sicher nicht umsetzen. Aber der Steuerberater erlebt immer öfter, dass Betriebsprüfer wegen vermeintlicher formeller Mängel zwischen 3 und 8 Prozent hinzuschätzen. Da dies für jedes Jahr berechnet wird, können auch für Apotheken schnell existenzgefährdeten Summen dabei herauskommen.

„Richtig spannend wird es dann am 1. Januar 2018, wenn die Kassennachschau (§ 146 b AO) kommt. Dann finden Betriebsprüfungshandlungen überfallartig im praktisch rechtsfreien Raum statt“, so Bellinger. Das „Kassenmanipulationsgesetz“ sieht für die verschiedenen Regelungen unterschiedliche Übergangsfristen vor.

Apotheken haben damit quasi keine Zeit, sich auf den Besuch des Finanzamtes vorzubereiten. Das könnte beim Kassenbuch für viele Apotheken zum Problem werden. Denn längst nicht in jeder Apotheke wird das Kassenbuch jeden Abend auf den aktuellen Stand gebracht. Bellinger warnt: „Wer sein Kassenbuch vom letzten Abend nicht vorlegen kann, kommt an einer Hinzuschätzung wegen fehlender Kassensturzfähigkeit praktisch nicht mehr vorbei.“ Ein Finanzbeamter habe im Rahmen einer Veranstaltung referiert, dass in NRW dafür bereits Personal geschult werde.

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