Betriebsprüfung

Finanzamt verlangt QMS für Apotheken-EDV Alexander Müller, 06.03.2017 10:12 Uhr



Aktuell sei es ein „beliebtes Steckenpferd“ der Außenprüfer, von der Apotheke eine umfassende Verfahrensdokumentation abzufragen. Dazu sind Apotheken Bellinger zufolge aber regelmäßig nicht in der Lage – jedenfalls nicht in dem Umfang, den die Betriebsprüfer für das Minimum hielten. „Und dann wird auch schon sofort losgeschätzt“, berichtet der Steuerberater.

Den Apothekern könne er nur den Rat geben, die Verfahrensdokumentationen nicht länger vor sich her zu schieben. Schriftlich festgehalten werden dabei müssen unter anderem alle Prozessabläufe rund um die Apotheken-EDV. Es klingt trivial, aber die wenigsten Apotheken dürften eine schriftliche Anweisung an das Team haben, wie sie mit der Software umzugehen haben.

Doch genau dieses wird Bellinger zufolge immer öfter verlangt. Dabei kann sich der Fiskus auf eine Entscheidung des Bundesfinanzhofes (BFH) stützen. Dieser habe im März 2015 „die Jagd eröffnet“, als er eine fehlende Verfahrensdokumentation für das Kassensystem eines Brauhauses als ausreichenden Grund erklärte, die Buchführung komplett zu verwerfen. „Die dort allerdings recht extreme Ausgangssituation wird heute von vielen Betriebsprüfern auf Apotheken übertragen, die keine ausreichende Verfahrensdokumentation haben“, so Bellinger.

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