Argumente am HV

Beratungstipps: Die gängigsten Corona-Mythen APOTHEKE ADHOC, 28.10.2020 10:29 Uhr

Berlin - Die Corona-Pandemie zieht wieder an, doch auch das bringt die Stimmen vermeintlicher Kritiker nicht zum Schweigen. Auch jenseits kruder Verschwörungsmythen kursieren derzeit zahlreiche Halbwahrheiten und Falschinformationen, die viele Kunden verunsichern. Apothekenmitarbeiter kriegen das in der Offizin mit: Was kann man also Kunden am HV erwidern, die behaupten, es sei doch alles gar nicht so schlimm oder die Maßnahmen seien gefährlicher als die Pandemie selbst? Am besten sollte man durch einfache, aber wissenschaftlich fundierte Erklärungen aushelfen. Ein Leitfaden.

Corona ist nicht gefährlicher als die Grippe

Diese Auffassung ist auch weit über die Kreise von Verschwörungstheoretikern hinaus verbreitet: Dabei geht es einerseits um die Todeszahlen, andererseits um die durch die jeweiligen Viren ausgelöste Krankheit, also Influenza und Covid-19. Denn beide Krankheiten haben durchaus ähnliche Symptome: Husten, Schnupfen, Hals-, Kopf- und Gliederschmerzen, Abgeschlagenheit, Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns. Hier kann man als ausgebildeter Naturwissenschaftler ganz klar argumentieren: Natürlich sterben auch tausende Menschen im Jahr an Influenza, der aktuelle wissenschaftliche Stand zeigt aber eindeutig, dass Covid-19 die gefährlichere Krankheit ist.

Dabei spielt nicht nur die höhere Sterblichkeit eine Rolle: Bei einer normalen Grippeepidemie beträgt diese laut Robert-Koch-Institut (RKI) zwischen 0,1 und 0,2 Prozent der Infizierten. Über die genaue Sterblichkeitsquote bei Covid-19 herrscht seit nach wie vor Uneinigkeit – einfach, weil die Krankheit relativ neu ist und noch erforscht werden muss. Dass sie jedoch höher als bei der normalen Influenza ist, gilt jedoch mittlerweile als belegt. Und vor allem: Bei Covid-19 steigt die Sterblichkeit mit dem Alter rasanter als bei der Influenza. Einer jüngst veröffentlichten Studie aus den USA zufolge liegt sie bei Menschen zwischen 55 und 64 Jahren bei 0,75 Prozent, bei 65- bis 74-Jährigen schon bei 2,5 Prozent und bei Menschen über 75 gar bei 8,5 Prozent.

Doch abgesehen von der Sterblichkeit kann eine Covid-19-Erkrankung auch für jüngere Patienten langanhaltende Folgen haben: Die Studienlage hat sich nämlich in den zurückliegenden Monaten verdichtet und deutet klar daraufhin, dass Covid-19 langanhaltende Folgeschäden verursacht. Und ja, auch das gibt es bei der Grippe. Erneut gilt aber: Bei Covid-19 ist erstens die Wahrscheinlichkeit höher, ernsthafte Folgeschäden davonzutragen – und zwar selbst bei jüngeren Menschen, die nur einen leichten oder sogar symptomfreien Verlauf hinter sich haben. Und zweitens ist auch die Qualität der Langzeitschäden schwerwiegender als bei der Grippe: Berichtet wird von Diabetes, chronischem Erschöpfungssyndrom, kognitiven Einschränkungen bis hin zu schweren Nieren- und Lungenschäden. Es gibt sogar schon einen Begriff dafür: „Long-Covid-Syndrom“. Und eine jüngst veröffentlichte Studie ist diesbezüglich besorgniserregend: Demnach scheint Covid-19 nämlich bei vielen Menschen Autoimmunstörungen hervorzurufen, die wie bei Rheuma oder Lupus chronisch und nur sehr schwer zu behandeln sind.

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