Betrüger verurteilt

Aus Ärger über Kasse: 1000 Rezepte gefälscht APOTHEKE ADHOC, 15.05.2019 15:22 Uhr

Also wandte sich der Jurist an den pflegenden Ehemann. Zwei mal schrieb er ihn an und erhielt keine Reaktion. Am Telefon dann rückte er widerwillig mit der Sprache heraus. „Er war wortkarg und nicht besonders freundlich“, so der Jurist. „Er sagte, die Versicherung habe immer wieder Leistungen und Therapieformen abgelehnt, und da sei er auf die Idee gekommen, gefälschte Rezepte einzureichen und sich das Geld durch die Hintertür zu holen.“ Dabei wusste er offenbar, was er tat: Von mehr als 1000 fingierten Rezepten, die er einreichte, hatten nur vier einen Fehler in der PZN.

Dazu, dass die Fälscherarbeit rein handwerklich so gut ausgeführt wurde, trug offenbar ein Komplize bei: Der Verurteilte berichtete laut BZ, er habe einen Helfer bei den Fälschungen gehabt, dem er die Hälfte des ergaunerten Geldes zukommen ließ. Dessen Identität gab er aber nicht preis. Wie die Ermittlungen ergaben, wurde tatsächlich die Hälfte der erstatteten Beträge in bar vom Konto abgehoben. Die andere Hälfte nutzte der Mann nach eigenen Angaben für die Pflege der Frau und für die eigene Lebensführung.

Es nützt nichts: Zurückzahlen muss er nun den gesamten Betrag von 88.664 Euro, das Gericht ordnete die Einziehung an. Beim Strafmaß blieb das Amtsgericht Lörrach nur einen Monat unter der Forderung der Staatsanwältin: ein Jahr und zehn Monate Freiheitsstrafe, die auf Bewährung ausgesetzt wurde, denn der 78-Jährige ist weder vorbestraft, noch sind nach Einschätzung des Gerichts weitere Straftaten zu erwarten. Wegen der langen Verfahrensdauer gelten drei Monate der Strafe als bereits vollstreckt. So tragisch seine Geschichte sein mag, stellte Richter Dietrich Bezzel fest: „Völlig unabhängig vom Motiv: Was Sie getan haben, ist eindeutig Betrug und Urkundenfälschung.“

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