Apothekerin liefert kostenlos Masken aus

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Ein besonders hohes Kundenaufkommen habe sie ab Dienstag dennoch gehabt – und auch nicht an alle Kunden abgegeben. „Wir sind eine Apotheke in einem Wohngebiet mit verhältnismäßig wenigen Ärzten, die meisten Anwohner gehen zu Arzthäusern in anderen Teilen der Stadt“, erklärt Sanderhoff. „Deshalb deckt mein Rezeptvolumen nicht die Zahl der Masken. Ich habe mich schon darauf eingestellt, dass ich ungefähr doppelt so viele Masken abgeben werde wie ich auf Grundlage der Kalkulation meiner Rx-Packungen bezahlt bekomme.“ Das heiße aber auch: Irgendwo muss es eine Grenze geben. Sanderhoff gibt deshalb nur an Kunden ab, die in ihrem Einzugsgebiet wohnen. „Bei Kunden aus anderen Stadtteilen haben wir dann gesagt, dass es uns leidtut, aber wir erst einmal das Wohngebiet hier beliefern müssen.“

Dass Sanderhoff sich mit der Auslieferung der Masken nochmal extra ins Zeug legte, heißt nicht, dass sie die Umsetzung der Maskenverteilaktion rundum gut finden würde. „Ich war auch sauer, wie das Ganze so kurz vor Weihnachten noch aufgezogen wurde. Das hätte von oben ganz anders laufen müssen, man hätte beispielsweise den Großhandel viel mehr einbeziehen sollen. Das war schon schlecht gemacht, aber als es so weit war, habe ich gesagt, dann müssen wir jetzt auch handeln“, sagt sie. „Wir sind sicher nicht die einzige Apotheke, die mehr ausgibt als sie einnimmt. Aber Verbitterung ist da fehl am Platz.“

Und wenn auch schon nicht direkt finanziell etwas bei der Aktion herumkam – zumindest ihrem und dem Ansehen des Berufsstandes hat sie mit ihrer Aktion einen Dienst erwiesen. „Es gab eine sehr große Resonanz. Kunden haben angerufen, um sich zu bedanken, manche haben bei ihrem nächsten Besuch sogar kleine Geschenke vorbeigebracht. Auch die Lokalpresse hat die frohe Kunde verbreitet: In einem Kommentar feierte die Lausitzer Rundschau die Apotheke für ihre „selbstlose Eigeninitiative“ zum Schutz ihrer Kunden. „Hoffentlich merken sich die Kunden das auch sehr lange“, scherzt Sanderhoff.

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