Apotheker nicht vorne im Corona-Impfplan

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Laut Positionspapier sollen zuerst Personen gegen Corona geimpft werden, die „aufgrund ihres Alters oder vorbelasteten Gesundheitszustandes ein signifikant erhöhtes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf haben, insbesondere bei erhöhter Kontaktdichte etwa in Pflegeheimen und anderen Einrichtungen der Langzeitpflege“. Die zweite zu priorisierende Gruppe seien diejenigen, „die den an Covid-19 Erkrankten beistehen und zugleich selbst gegebenenfalls erhöhte Risiken tragen“. Im Gesundheitssystem Tätige setzten sich im Umgang mit Patienten durch den regelmäßigen Kontakt dem Risiko einer Übertragung und erhöhten Virusexposition aus. Umgekehrt würden auch bei einer nicht-beruflichen Infektion dieses Personenkreises durch Multiplikatoreffekte Patienten gefährdet. So könnten wiederum Menschen mit besonderer Vulnerabilität für die Covid-19-Erkrankung angesteckt werden.

Neben Aspekte der Dringlichkeit träten hier Überlegungen der Solidarität. Hier müssten die Details noch genauer modelliert werden, damit diejenigen Personen in dieser Gruppe zuerst geimpft würden, die tatsächlich am meisten gefährdet seien und die selber andere Menschen bei eigener Infektion am meisten gefährden könnten. Zu dieser zweiten Gruppe gehören laut Positionspapier: „Mitarbeiter von stationären oder ambulanten Einrichtungen der Gesundheitsversorgung und der Altenpflege, die aufgrund berufsspezifischer Kontakte ein signifikant erhöhtes Risiko für eine Infektion und gegebenenfalls zusätzlich für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf haben oder die als Multiplikatoren das Virus in die Einrichtungen hinein und in andere Bereiche der Gesellschaft hinaus tragen können.“

Darüber hinaus seien Personen zu schützen, „die für das Gemeinwesen besonders relevante Funktionen erfüllen und nicht ohne Probleme ersetzbar sind“. Die Zuordnung der zu dieser dritten zu priorisierenden Gruppe gehörigen Personen könne erst bei Vorliegen entsprechender epidemiologischer Daten korrekt erfolgen. Zu ihr gehören laut Positionspapier Personen, die in „basalen Bereichen der Daseinsvorsorge“ tätig sind und für die „Aufrechterhaltung zentraler staatlicher Funktionen“ eine Schlüsselstellung besitzen. Als Beispiele werden genannt: Mitarbeiter der Gesundheitsämter, der Polizei- und Sicherheitsbehörden, der Feuerwehr, Lehrer und Erzieher, „insbesondere, wenn sie direkten, risikoerhöhenden Kontakt mit Patient, Angehörigen von Risikogruppen oder potenziell Infizierten haben“. Apotheker werden in dieser Aufzählung des Positionspapiers nicht aufgeführt.

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