Apotheker muss drei Standorte abgeben

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Sein Kollege räumt aber ein, zwischenzeitlich daran gezweifelt zu haben. „Bei einem insolventen Betrieb weiß man nie genau, ob eine gesunde Substanz da ist, auf der man aufbauen kann“, sagt Leugermann. Zudem habe die undurchsichtige Datenlage die klare Analyse der Standorte erschwert. Es habe sowohl bei den Einnahmen als auch bei Ausgaben keine klare Abgrenzung zwischen den Standorten gegeben, sodass Rückschlüsse auf die Ertragskraft und andere betriebswirtschaftliche Kennzahlen der einzelnen Apotheken nur mit großem Aufwand möglich gewesen seien. Die Analyse habe daher viel Zeit und Energie gekostet, sagt Leugermann.

Durch die Übernahmen der beiden Apotheken sollen von den rund 100 Arbeitsplätzen immerhin 92 Arbeitsplätze erhalten bleiben. Nach Angaben der Apotheker mussten nur einige wenige Mitarbeiter aus dem Managementbereich und eine Filialleitung gehen. An beiden Standorten hätten sie Mitarbeiter angetroffen, die „Spaß an ihrem Job haben und über große fachliche und menschliche Kompetenz“ verfügen. Beide Apotheker rechnen ihren neuen Kollegen hoch an, dass sie ihren Betrieben in schwierigen Zeiten nicht den Rücken gekehrt haben.

Fast zwei Jahre mussten die Mitarbeiter der Apotheken um ihren Job bangen, wussten nicht, ob sie im nächsten Monat noch bezahlt werden oder über Nacht ihren Arbeitsplatz verlieren. Das habe Spuren hinterlassen, berichtet Leugermann. „Das Ganze muss behutsam aufgearbeitet werden.“ Nach den Übernahmen sei die Erleichterung sowohl in der Atlas-Apotheke als auch in der Apotheke am MHO groß gewesen. „Nachdem eine große Last von den Beschäftigten abgefallen ist, sind alle sehr motiviert“, so Leugermann. Beide Apotheker berichten, dass ihre Mitarbeiter es kaum erwarten könnten, an der Stärkung ihrer Standorte mitzuarbeiten und bereits einige gute Ideen an ihre neuen Chefs herangetragen hätten.

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