Apotheker Gnekow erklärt E-Rezept

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Im Rahmen des Pilotprojektes können nur Standardmedikationen digital verordnet werden. Das Ausstellen von BtM- oder T-Rezepten, sowie Verordnungen über Rezepturen oder Kompressionsstrümpfe sind noch nicht möglich. „Es ist wichtig etwas zu haben, auf das man aufbauen kann“, erzählt Gnekow. Er rechnet damit, dass es künftig weniger Übertragungsfehler geben wird.

Der Apotheker ist sicher, das Papierrezept wird es noch lange daneben geben. Aber das E-Rezept funktioniere ohne einen Medienbruch. „Das ist ein großer Schritt nach vorne“, schwärmt Gnekow. „Das Projekt wird von Apothekern mitgestaltet und ist nichts, was wir aufgedrückt bekommen, und stärkt die stationäre Apotheke. Wir müssen zeigen, dass wir vorangehen und innovativ sind. Dabei müssen wir selbst aktiv werden. Am Ende werden alle profitieren.“

Verantwortlich für das Projekt in Hamburg ist die TK unter der Leitung von Tim Steimle. „Wir glauben daran, dass Digitalisierung im Gesundheitswesen viele Vorteile bietet.“ Die Logistik wird einfacher, dadurch bleibt mehr Zeit für eine gute Beratung, führt der Leiter Arzneimittel der TK an. So könne eine bessere Begleitung der Patienten organisiert werden.

Die rechtliche Grundlage dafür, dass die Kasse nun in die Offensive geht, liefert das Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung (GSAV), das gestern vom Kabinett beschlossen wurde. Demnach bleiben der Selbstverwaltung nach Inkrafttreten sieben Monate, um alle Regelungen anzupassen, die bislang die Verordnung ausschließlich in Papierform vorsehen. Nach derzeitigem Zeitplan beginnt die Frist am 1. Juli 2019, ab 1. Februar 2020 könnten den Apotheken elektronische Verordnungen ins Haus flattern.

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