Apotheker dürfen Prokuristen bestellen

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Wenn die Kontrolle stimmt, ist ein Prokurist aus Sicht des OLG sogar die sicherer Variante: Seine Benennung sei öffentlich bekannt zu machen, damit seien die Vollmachten auch für die Aufsichtsbehörde der Apotheke transparenter. Diese könne dann etwa die Dienstverträge und Stellenbeschreibung einsehen und gegebenenfalls ergänzende Auskünfte einholen. Das ermögliche eine Bewertung, ob ein Verstoß gegen das ApoG vorliege, der auch entsprechend sanktioniert werden könnte.

Das OLG wies auch darauf hin, dass der Beruf des Apothekers auch einen gewerblichen Charakter habe. Es könne ihm daher nicht verwehrt werden, bestimmte Bereiche zu professionalisieren. Die Richter vergleichen die Situation mit MVZ: Hier müssten die Geschäftsführer lediglich „mehrheitlich“ Ärzte sein. Sei Ärzten sogar die gemeinsame Berufsausübung in einer GmbH erlaubt, dürfe Apothekern nicht verwehrt werden, einen Prokuristen zu bestellen.

Mit der Lockerung des Mehrbesitzverbots hat der Gesetzgeber aus Sicht des OLG den Apothekern zudem bewusst die Möglichkeit eingeräumt, die Wirtschaftlichkeit der Betriebsführung zu erhöhen. Allerdings müsse für jede Filiale ein Apotheker als Verantwortlicher benannt werden. Auch die mit dem Mehrbesitz verbundene Betriebsvergrößerung lasse eine Professionalisierung zweckmäßig erscheinen – und damit die Bestellung eines entsprechend überwachten Prokuristen.

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