Apotheker als pharmazeutischer Leiter im Impfzentrum

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All das erklärt er gänzlich ohne Frust, vielmehr betont er, dass es trotz aller Schwierigkeiten eine gute Zusammenarbeit gebe. „Das Gute ist, dass hier alle an einem Strang ziehen, um das zu schaffen. Das ist schon Wahnsinns-Räderwerk, das hier ausgebaut wird“, sagt er. „Das ist sehr viel Learning by Doing, es hat ja vorher noch nie jemand gemacht.“ Auch für die beteiligten Apotheker sei das eine große Herausforderung, „aber es stellt unseren Berufsstand endlich mal wieder richtig dar und verschafft ihm Anerkennung. Ohne uns geht im Moment gar nichts, würde hier nichts laufen – auch wenn das die anderen Berufsgruppen hier natürlich auch von sich sagen können.“

Die Zusammenarbeit in den Impfzentren werden wohl auch noch eine Weile erhalten bleiben – denn auch wenn die Bundesregierung weiterhin betont, bis Ende des Sommers allen Bürger*innen ein Impfangebot machen zu wollen, heiße das noch lange nicht, dass die Impfkampagne kurz vor dem Ende stehe. „Man muss genau auf die Wortwahl achten, das kann die Politik ja besonders gut. Zu Beginn hieß es, dass jeder ein Impfangebot im Sommer erhält, mittlerweile heißt es bis Herbst. Und selbst wenn jeder Normalsterbliche bis dahin ein Angebot haben sollte, wird sich das noch hinziehen. Wenn wir bis Ende des Jahres die Mehrheit der Bevölkerung geimpft haben, dann ist das schon eine große Leistung.“

Eigentlich sollte die Kampagne allerdings mit der Verfügbarkeit weiterer Impfstoffe auch dadurch beschleunigt werden, dass sie bald aus den Impfzentren heraus in die Breite – also in die Arztpraxen – getragen wird. Doch hier zeigt sich Ullenboom nur äußerst vorsichtig, denn vor allem die logistischen Probleme solle man nicht unterschätzen: „So lange nicht genug Impfstoff vorhanden ist, werden die Arztpraxen da nicht im Spiel sein, außerdem würden sich dann wieder ganz andere Fragen nach Verteilung und Priorisierung stellen. Der Biontech-Impfstoff zum Beispiel wird täglich an 53 Standorte in NRW verteilt, es gibt hier aber rund 20.000 Hausarztpraxen. Wer könnte da die Verteilung übernehmen? Prinzipiell wäre der pharmazeutische Großhandel in der Lage dazu, aber hat der die Kapazitäten für so viele Praxen?“ Immerhin seien bereits Praxen angeschrieben worden, ob sie sich prinzipiell an ambulanten Impfungen beteiligen würden. So könnten sie zumindest in einigen Wochen die Zweitimpfungen übernehmen, um die Impfzentren zu entlasten. Wie und wann der breitere Zugang der Impfungen organisiert wird, kann natürlich auch Ullenboom noch nicht sagen. Aber da werden sich schon Lösungen finden, bisher war es ja auch nicht anders: „Wie das läuft, das wird die Zeit zeigen.“

 

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