Apotheker als pharmazeutischer Leiter im Impfzentrum

, Uhr

Ein bis zwei Stunden zusätzliche Arbeit bedeute das für ihn täglich – und da habe er noch Glück, dass das Impfzentrum Olpe ein vergleichsweise kleines sei. „Für die Kollegen in größeren Zentren ist das ein Vollzeitjob“, sagt er. Hinzu komme einmal pro Woche die Krisenstabsitzung, an der vom Technischen Hilfswerk bis zum Roten Kreuz alle teilnehmen, die am Betrieb des Zentrums beteiligt sind. „Da müssen dann zahlreiche organisatorische Fragen geklärt werden, vom Zugang für Menschen mit Rollator über die Gegebenheiten im Ruheraum bis hin zur Vergabe des Zweittermins.“

Die Terminvergabe sei eine Dauerbaustelle – nicht nur wegen der viel berichteten Schwierigkeiten, sondern auch, weil das System weiter an Komplexität zunimmt. „Durch die Zulassung des AstraZeneca-Impfstoffs ist das nochmal komplizierter geworden“, erklärt er. Denn der soll schließlich nur an Personen bis 64 Jahre verimpft werden, hauptsächlich also an medizinisches und pflegerisches Personal sowie an andere Funktionsträger beispielsweise in Polizei und Feuerwehr. „Die müssen ihre Termine aber außerhalb des Systems buchen, in dem die Risikogruppen ihre Termine erhalten.“ Hinzu kämen neue Ansprüche bei der Handhabung: „Wir haben gestern erfahren, dass die AstraZeneca-Spritzen nicht im Kühlschrank gelagert werden dürfen. Jetzt müssen wir auch organisieren, dass die Spritzen außerhalb gelagert werden, aber nicht durcheinandergeraten, denn die sehen ja auch alle gleich aus.“

Und die nächsten Herausforderungen bei der Terminvergabe und -koordinierung stehen bereits vor der Tür: „Wir haben bis jetzt nur nachmittags geimpft, ab dem 1. März kommen aber noch die Menschen hinzu, die ihre Zweitimpfung erhalten.“ Ebenfalls zum 1. März werde eine Erhöhung der verfügbaren Impfstoffmeneg um rund 50 Prozent erwartet – also ohnehin mehr Termine. Und wieder ein paar Wochen später werde dementsprechend die Zahl der Zweitimpfungstermine um dieselbe Größe noch zunehmen. „Und so steigert sich das dann Schritt für Schritt.“

Gleichzeitig gebe es das Problem, Termine anhand von verfügbaren Kapazitäten zu planen – in den letzten Wochen hat sich schließlich gezeigt, wie wenig Planungssicherheit bei den Impfstofflieferungen herrscht. „Das hat beispielsweise dazu geführt, dass Leute, die sich früh gemeldet haben, spät einen Termin bekommen und solche, die sich nach der Erhöhung der Kontingente gemeldet haben, dann einen früheren Termin erhalten, als die, die vor ihnen da waren.“ Und das sei nur die eine Seite der Planung. Schwierigkeiten bereite nämlich auch die Seite der Impflinge. „Es gibt Menschen, die lassen sich einen Termin geben, obwohl sie noch gar nicht alt genug sind. Und dann gibt es welche, die haben fünf Termine gemacht und suchen sich dann den besten aus“, sagt er. Das komme nicht immer durch egoistisches Handeln zustande, sondern oft auch durch das Gegenteil davon: „Von den Über-80-Jährigen haben die wenigsten ihre Termine selbst gemacht, sondern da sind es oft die Kinder oder Enkelkinder. Weil man gerade am Anfang oft nur schwer durchkam, haben es dann manchmal zwei oder drei von denen parallel versucht und deshalb oft auch parallel mehrere Termine vereinbart.“

APOTHEKE ADHOC Debatte

Liebe Nutzerin, lieber Nutzer,

eigentlich sollten hier die Kommentare zum Artikel stehen.
Leider funktioneren die Kommentare seit ein paar Tagen nicht mehr für manche Nutzer und Sie scheinen leider zu diesen zu gehören.
Bitte versuchen Sie, alle Cookies von apotheke-adhoc zu löschen. Die Kommentare sollten anschließend wieder angezeigt werden. Eine andere Möglichkeit wäre, einen anderen Browser zu verwenden.
Sollte dies nicht der Fall sein, verwenden Sie bitte unser Kontaktformular und schicken Sie uns Informationen über Ihr Betriebssystem und den verwendeten Browser, damit wir Ihnen weiterhelfen können.

Eine Anleitung, wie Sie Ihre Cookies löschen können, finden Sie z.B. hier.

Neuere Artikel zum Thema

Mehr zum Thema

Kammervorstand Baden-Württemberg
Das sind die jungen, digitalen Wilden »
Chefin sammelt Papiertüten
Apotheken-Sticker statt Rewe und Zara »
Weiteres
Apotheker baut Botendienst massiv aus
Doppeltour als E-Rezept-Vorbereitung»
Herausforderung Taxation
E-Rezepte im Krankenhaus»
Wie soll es funktionieren?
FAQ: Die PTA und das E-Rezept»
Verschließbare Box mit App-Kontakt
Botendienst mit Fernsteuerung»
Wie erzielt man Reichweite?
Instagram für die Apotheke»