ApoRetrO – der satirische Wochenrückblick

Securpharm enttarnt erste Fälschung Alexander Müller, 09.02.2019 07:50 Uhr

Dass die nicht registrierten Testpackungen zunächst noch Fehlermeldungen auslösen, ist in Kauf zu nehmen, finden die Verantwortlichen. Das System muss sich eben noch warmlaufen. Bei Securpharm ist man froh, dass das Ganze an einem Samstag scharf geschaltet wird, weil da nicht so viele arbeiten. So kann man das auch sehen. Nota bene: Den Apotheken hat Securpharm zum Start noch ein paar Arbeitshilfen an die Hand gegeben. Besser spät als nie. Auch Awinta hat es für die umgestellten Asyskunden bis zum Schluss spannend gemacht und das Update erst im Verlauf der Woche installiert. Andere geben sich noch gelassener.

Bitte das Scherzen über Securpharm nicht missverstehen. Mit Arzneimittelsicherheit kann man es eigentlich nicht übertreiben. Doch laut der hauseigenen Securpharm-Statistik gab es 2016 insgesamt 14 Verdachtsfälle auf eien Fälschung in Deutschland, die sich alle nicht bestätigt haben und im Jahr darauf 57 Fälle, von denen sich ein einziger bestätigt hat. Da kann man schon verstehen, dass ein 10-12 Milliarden Euro teures Projekt zumindest hinterfragt wird. Denn der Handel mit gefälschten Arzneimittel in der nicht-legalen Lieferkette ist das eigentliche Problem und der wird auch künftig weitergehen.

Und man hätte erwarten dürfen, dass es zur Einführung reibungslos läuft und die Apotheker nicht wie die Piemontkirsche hinter HV-Tisch stehen und in etwa folgenden Dialog führen: „Geht gleich weiter, ich schaue nur noch kurz, ob Ihr Arzneimittel gefälscht ist.“ „Ja aber, das habe ich doch immer schon bekommen.“ „Und das war auch immer völlig in Ordnung. Wir schauen das nur nochmal nach. Alles ok. Außer ihr Blutdrucksenker neulich, da war Nitrosamin drin, das ist womöglich krebserregend, aber die Packung war auf keinen Fall gefälscht.“

Nicht jeder Rückruf hat mit Arzneimittelsicherheit zu tun. Manchmal geht es nur um die Kennzeichnung: Deshalb musste Mucosolvan Phyto Complete jetzt komplett vom Markt. Sanofi nimmt alle noch in den Apotheken vorhandenen Bestände des Medizinprodukts zurück. Hintergrund ist ein Rechtsstreit mit dem Schutzverband gegen Unwesen in der Wirtschaft. Mehrere hunderttausend Packungen sind betroffen.

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