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Undercover-Agentin in Apotheke eingeschleust Alexander Müller, 21.10.2017 08:00 Uhr

Berlin - Das ist die Geschichte von Steffi. Sie hatte einen Auftrag, sie sollte Apotheker jagen. Denn der Fernsehsender wollte eine Story, am liebsten einen Skandal. Aber Steffi wusste nichts über Apotheken und kannte auch niemanden. Also begab sie sich auf eine lange Reise, die sie bis ins Herz der Offizin führte.

Steffi hatte ihren Abschluss in angewandter Kommunikationsphilosophie in der Tasche, wollte unbedingt zum Fernsehen. Also heuerte sie bei einem Privatsender an und war stolz wie Bolle, als sie ihren ersten Auftrag erhielt – und gleich ein Investigativstory. Gefragt war eine größere TV-Reportage zum Thema ‚Arzneimittelpfusch‘, ein Apotheker, der auspackt und von den dunklen Machenschaften in Apotheken erzählt.

Aber Steffi wollte es richtig machen: Sie bewarb sich für ein Zweitstudium und schrieb sich in Greifswald in Pharmazie ein. „OMG! In einer Woche Antrittsklausur“, schrieb sie in ihr Recherchetagebuch. Aber sie biss sich durch und weil sie schlau und fleißig war, schaffte sie das Studium sogar in der Regelstudienzeit.

Sie bewarb sich in einer Apotheke in ihrer brandenburgischen Heimat und bekam sofort eine Stelle. Die Inhaberin war so froh, dass sie nach einem ersten Telefonat auf ein Vorstellungsgespräch gänzlich verzichtete und den Arbeitsvertrag gleich in die Post gab. „Personalnot!!!“ notierte Steffi in ihre Themenliste.

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