Retax-Love – eine unmögliche Liebesbeziehung

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Aber kehren wir noch einmal zurück in die Offizin. Hier hat ein Apotheker seiner Patientin extra einen Einzelimport organisiert, das Rezept dann aber leider ohne Liebesgruß und vor allem ein paar Tage zu spät in die Abrechnung gegeben. Nullretax. Und weil wir die verursachende Hanseatische Krankenkasse einmal als HKK abgekürzt hatten und nicht korrekterweise als HEK, hat sich die HKK zu Wort gemeldet und verständlicherweise um Klarstellung gebeten. Wenn die eine Krähe mit der anderen nichts mehr zu tun haben will…

Die AOK Bayern wollte es geschmeidiger machen und den Apothekern nur mitteilen, in welcher Höhe man hätte retaxieren können. Und das man dies auch tun wird, wenn die Apotheke weiter so inflationär von den Sonder-PZN Gebrauch macht. Auf eine Einzelfall-Analyse verzichtet man hier großzügig, ist ja nur ein Warnschuss. Ein Apotheker fand diese Indizien-gestützte Anprangerung so drollig, dass er sie gleich mit der weltgrößten Prangergemeinde teilen wollte und an Facebook übergeben hat. Ob das hilft?

Was nicht hilft: Einfach irgendwas abrechnen, Rezepte fälschen, mit Bodybuildern dealen und chinesische Ärzte erfinden. Jedenfalls drohen dann Entzug von Betriebserlaubnis und Approbation und eine Strafe, die nur deshalb auf Bewährung ausgesetzt wurde, weil das Gericht die Apothekerin aufgrund der Vielzahl der Verstöße für nicht ganz zurechnungsfähig hielt.

Also, bleiben Sie bitte sauber und nennen Sie Ihre Angestellten nicht „Mädels“. Das kam schon bei der Anhörung zur PTA-Reform im BMG nicht gut an. Dort wartet man übrigens sehnsüchtig auf Vorschläge in Sachen honorierte Dienstleistung. Denn Spahn will seinen Zeitplan anders als den Koalitionsvertrag einhalten. An die Arbeit! Und morgen: An die Urne! Schönes Wochenende!

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