Retax-Love – eine unmögliche Liebesbeziehung

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So genug der rosaroten Fantasien. Protestbotschaften auf dem Rezept gibt es wirklich. Nur leider ohne positive Nebenwirkungen. Die Kassen mahnen freundlich dazu, die rosa Dokumente nicht zu diesen Zwecken zu missbrauchen, sondern den direkten Kontakt zu suchen. Dass dabei schon Liebesbeziehungen entstanden sind, ist auch nicht überliefert. In Sachen Retax-Bude gab es zumindest eine kleines Kitzellachen in der Apotheke: Protaxplus ist insolvent. Auch wenn das für die betroffenen Mitarbeiter nie schön ist, viele Kollegen äußern in ihren Kommentaren, dass es diesmal nicht den Falschen getroffen hat.

Betriebsbedingte Kündigung gibt es auch bei Sixtus und zwar reichlich. Das Traditionsunternehmen lahmt. Will sagen: Jungunternehmer Phillip Lahm lässt seine Sportlermittelchen jetzt von Dritten herstellen und benötigt laut dem Münchener Merkur bald nur noch eine halbe Kraft (und einen Azubi, was auch immer der dort lernen soll). Soll jetzt keine Sozialneidsdebatte lostreten, aber wenn ein 61 Jahre alter Maschinenschlosser mit 20 Jahren Betriebszugehörigkeit vor dem Arbeitsgericht gegen seine Entlassung klagen muss, weil sein 35-jähriger Chef mit einem geschätzten Privatvermögen von rund 100 Millionen Euro sich seine Weiterbeschäftigung nicht mehr leisten kann oder will, dann muss man nicht mit Kevin K. allein zu Haus diskutieren, um über postkapitalistische Gesellschaftsmodelle ins Grübeln zu kommen. Klammer zu.

Voll auf den Kapitalmarkt setzt dagegen zur Rose. Mehr Geld bei den Aktionären einsammeln und immer schneller wachsen, das ist die Devise. Nicht zu verwechseln mit Dividende, wie den Kleinaktionären in Zürich erklärt wurde. Jetzt säen, später ernten. Und den eDünger hält die Politik bereit, so dass Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bei Zur Rose mittlerweile einen gottgleichen Status erlangt hat. Kein Scherz, sie beten zu ihm. Und vielleicht steigt er im Olymp demnächst sogar noch auf, die Spekulationen schießen ins Kraut.

Der Gottesdienst in Heerlen hat schon fanatische Züge angenommen. Doppelter Bonus als Aktion, also de facto Honorardumping. Das ist eher langfristig nachhaltig gedacht. Größe ist das Zauberwort. Und wenn Sie längst den Überblick verloren haben, welcher Konzern hinter den zahlreichen URL steht, hilft vielleicht diese kleine Übersicht.

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