Polizei warnt vor Honorarbetrügern

, Uhr

Das war wirklich nicht besonders nett von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU): Das Honorar für das Ausstellen der Impfzertifikate nach nur zwei Tagen von 18 auf 6 Euro zu reduzieren spricht ja schon nicht für politischen Weitblick. Aber das auch noch damit zu begründen, man habe das Angebot schnell in die Fläche bringen wollen, ist schon ein neues Level an Frechheit. Nach dem Motto: Wenn wir den Apotheker:innen von Anfang an gesagt hätten, dass sich das nicht lohnt, hätten die doch nie die Investitionen gestemmt und den Aufwand betrieben.

Die Ärzt:innen waren entweder besser informiert oder einfach schlauer. Und die Apotheker:innen? Abda-Chefin Gabriele Overwiening ist zwar sichtlich empört, dass ihr westfälischer Landsmann Spahn nicht mehr weiß, was ein Handschlag bedeutet, zum Boykott aufrufen will sie aber auch nicht.

Dafür hat der Deutsche Apothekerverband (DAV) jetzt selbst einen Boykott aufgegeben – nämlich den von Nichtmitgliedern. Die dürfen jetzt auch Zertifikate ausstellen, müssen aber 200 Euro Eintrittsgeld zahlen, für Filialen gibt es Rabatt. Offenbar hat das BMG der Abda auf die Finger geklopft. Ob die Verbandslosen aber noch vor der Preissenkung im Juli überhaupt freigeschaltet werden, bleibt abzuwarten, denn für die Registrierung müssen sie Unterlagen einreichen. Und selbst LAV-Mitglieder kommen nicht immer ohne Weiteres auf die Plattform, wie dieser verzweifelte Kollege berichtet. Relativ bescheiden nehmen sich da die Probleme mit den Vornamen aus. Spannender ist, dass die Zertifikate jetzt schon zum Versicherungsthema werden.

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Einführung trotz winziger Testzahlen
E-Rezept: BMG hält am 1. Januar fest»
Gematik: „Tests sind aussagekräftig“
E-Rezept: Vollgas gegen die Wand»
Nicht erst ab 1. Januar
Abda: Apotheken-Impfungen jetzt!»
Podcast NUR MAL SO ZUM WISSEN
Der Spahn-Sinn hat ein Ende»
Jetzt live zum Bund-Länder-Treffen
Merkel würde für Impfpflicht stimmen»