Schließung nach 39 Jahren

„Am Ende hätte ich die Apotheke sogar verschenkt“ Silvia Meixner, 08.11.2018 15:17 Uhr

„Die Schließung zum Jahresende ist jetzt beschlossen“, sagt er. Der Mietvertrag läuft noch für das ganze Jahr 2019. Lieber will er die Miete weiter bezahlen als weiterhin seine Gesundheit aufs Spiel zu setzen. Und falls sich doch noch ein Nachfolger findet, könnte dieser unverzüglich starten. „Perspektiven sind vorhanden, aber es müsste jemand sein, der engagiert ist und arbeiten will.“

Bei einem Arbeitspensum von 60 Wochenstunden und 30 Nachtdiensten im Jahr hätten einige Bewerber die Stirn gerunzelt. „Die Begeisterung war dann doch gedämpfter.“ Seit Ende Oktober informiert Stingl seine Kunden über seine Schließungspläne. Die meisten sind traurig, können ihn aber verstehen. Auch wenn sie künftig weitere Wege zur nächsten Apotheke in Kauf nehmen müssen. Rund zwei Kilometer sind es bis zum Zentrum von Bobingen, wo es weitere Apotheken gibt. „Es sind viele ältere Menschen betroffen, mir blutet das Herz, wenn ich daran denke“, sagt Stingl. „Die meisten meiner Kunden kenne ich seit vielen Jahren, sie bedanken sich bei mir, das tut gut“, sagt Stingl. Es ist Trost auf seinen Wunden, denn auch mit der Stadt Bobingen gab es auf den letzten Metern noch Ärger.

„Ich habe natürlich nicht erwartet, dass die Stadt für mich einen Nachfolger findet“, sagt er. Aber eine Reaktion auf seine Information bezüglich seiner Pläne, die er den Verantwortlichen zukommen ließ, wäre schön gewesen. Nachdem eine Lokalzeitung berichtet hatte, dass er sich von Seiten der Politik mehr Unterstützung gewünscht hätte, antwortete die Stadt mit einer öffentlichen Stellungnahme.

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