1-Propanol & Ethanol: Weitere Formulierungen erlaubt

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Die nun möglichen ethanolhaltigen Produkte dürfen zwar zulassungsfrei in den Verkehr gebracht werden, allerdings müssen herstellende Apotheken nun eine elektronische Meldung gemäß Biozid-Meldeverordnung durchführen – diese ist kostenfrei und kann auf elektronischem Wege erfolgen. Die bisherigen Regelungen beinhalten jedoch, dass die Produkte nur von Herstellern, die bei der Europäischen Chemikalienagentur gelistet sind, bezogen werden dürfen – die Verfügbarkeit ist dadurch begrenzt. Aufgrund der aktuellen Ausnahmesituation sind die Vorgaben jedoch gelockert worden.

Dank der erweiterten Ausnahmeregelung ist nun jedoch auch die Herstellung von 2-Propanol-haltigen, 1-Propanol-haltigen und Ethanol-haltigen Biozidprodukten zur hygienischen Händedesinfektion „zur Abgabe an berufsmäßige Verwender aufgrund einer Gefahr für die öffentliche Gesundheit“ möglich. Neben Apotheken und der pharmazeutischen Industrie dürfen nun auch Unternehmen der chemischen Industrie offiziell die festgelegten Rezepturen herstellen. Da die Mittel nun offiziell als „Biozid“ hergestellt werden darf, müssen die verwendeten Rohstoffe keine Arzneibuchqualität aufweisen. Außerdem fallen Mengenbegrenzungen für die Herstellung weg.

Gemäß Artikel 55 Absatz 1 der EU-Biozid-Verordnung können zuständige Behörden für eine Dauer von maximal 180 Tagen gestatten, dass bestimmte Biozidprodukte unter beschränkten und kontrollierten Bedingungen bereitgestellt und verwendet werden. Bedingung ist die Notwendigkeit für die öffentliche Gesundheit.

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