Wirkstoffverordnung: Keine freie Auswahl

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Ärzte müssen bei Arzneistoffen, die in der Substitutionsausschlussliste zu finden sind, eine eindeutige Verordnung ausstellen – eine Wirkstoffverordnung ist nicht zulässig. Der Mediziner muss den vollen Namen und den Hersteller des Arzneimittels oder die PZN rezeptieren. Ist dies nicht der Fall, handelt es sich laut Gesetz um eine unklare Verordnung, deren Belieferung eine Abklärung vorangehen muss – es wird ein neues Rezept benötigt. Dies gilt auch für den Not- und Nachtdienst. Geliefert wird wie verordnet, der Rabattvertrag muss nicht beachtet werden. Lediglich der Austausch von Original und Reimport ist möglich, da diese als identische Arzneimittel angesehen werden.

Laut §4 des Arzneiversorgungsvertrages „kann bei Verordnungen mit Fertigarzneimitteln, die von der Substitutionsausschlussliste erfasst sind, ein Austausch zwischen importiertem Arzneimittel und Bezugsarzneimittel erfolgen“.

Der G-BA hatte den ersten Wirkstoffkatalog intern schon im September 2014 beschlossen, seit dem 10. Dezember 2014 gilt diese Aut-idem-Liste. Unter Substitutionsausschuss stehen:

  • Antiepileptika: Carbamazepin (Retardtabletten), Phenobarbital, Phenytoin und Primidon als Tabletten sowie Valproinsäure, auch als Natriumvalproat und Valproinsäure in Kombination mit Natriumvalproat als Retardtabletten.
  • Antikoagulantien: Phenprocoumon als Tablette
  • Herzwirksame Glykoside: Beta-Acetyldigoxin, Digitoxin und Digoxin als Tablette
  • Immunsuppressiva: Ciclosporin als Weichkapsel und Lösung zum Einnehmen sowie Tacrolimus als Hartkapsel
  • Opioid-Analgetika: Buprenorphin als transdermales Pflaster mit unterschiedlicher Applikationshöchstdauer, beispielsweise bis zu drei Tage beziehungsweise bis zu vier Tage sowie Hydromorphon und Oxycodon als Retardtablette mit unterschiedlicher täglicher Applikationshäufigkeit, beispielsweise alle 12 beziehungsweise alle 24 Stunden
  • Schilddrüsenhormone: Levothyroxin-Natrium als Monopräparat und in Kombination mit Kaliumjodid als Tablette.

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