BtM-Rezept und Corona

Weniger Retaxgefahr, bessere Versorgung Alexandra Negt, 27.05.2020 14:51 Uhr

Aufgrund der Sars-CoV-2-Arzneimittelversorgungsverordnung dürfen Apotheken sich aktuell gegenseitig mit Betäubungsmitteln aushelfen, um eine zeitnahe Patientenversorgung mit möglichst wenigen Mehrfachkontakten zu ermöglichen. Denn durch Covid-19 ergebe sich ein erhöhter Bedarf an Beatmungskapazitäten auf den Intensivstationen. Dieser gehe mit einem höheren Bedarf an Betäubungsmitteln wie Remifentanil, Sufentanil, Fentanyl und Midazolam zur sogenannten Analgosedierung einher. Die erleichterte Austauschmöglichkeit unter den Apotheken soll die Versorgung der betroffenen Patienten sichern.

Substitution

Auch bei den Substitutions-Rezepten gibt es Lockerungen. Normalerweise sind mit „SZ“ gekennzeichnete Rezepte für kurzfristige Take-Home-Verordnungen für Patienten, die regulär im Sichtbezug versorgt werden, bestimmt. Mit diesen Rezepten kann eine „Zwei-Tages-Menge“ an Substitutionsmitteln ausgegeben werden, um beispielsweise Wochenenden zu überbrücken. Grenzen an das Wochenende Feiertage an, so kann die Menge erhöht werden – eine Abgabe darf den Bedarf von fünf Tagen nicht überschreiten. Im Zuge der Sars-CoV-2-Arzneimittelversorgungsverordnung dürfen Substitutionsmittel in einer Menge für bis zu sieben aufeinander folgenden Tagen ausgestellt werden. Innerhalb einer Kalenderwoche dürfen dem Patienten bis zu vier Verschreibungen, jedoch nicht mehr als eine Verschreibung an einem Tag ausgehändigt werden. Ärzte dürfen eine SZ-Substitutionsverordnung aktuell auch ohne persönliche Konsultation an den Patienten ausgeben. Auch beim Sichtbezug gibt es Lockerungen: Wenn nicht genügend Fachpersonal in der Apotheke vorhanden ist, kann der Sichtbezug im Ausnahmefall auch durch den Botendienst vollzogen werden. Die betreffende Person muss volljährig sein.

BtM auf rosa Rezept

Unter bestimmten Umständen kann ein Betäubungsmittel auch auf einem rosa Rezept verordnet werden. Dies ist immer dann möglich, wenn eine Notfallversorgung vorliegt. Betreffende Verordnungen sind mit dem Buchstaben „N“ gekennzeichnet. Er weist darauf hin, dass das Medikament aufgrund eines Notfalls zunächst auf einem Muster 16-Formular verordnet wurde: In einem solchen Fall muss das BtM-Rezept zeitnah nachgereicht werden. Eine erneute Abgabe ist dann selbstverständlich nicht möglich.

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