Sprechstundenbedarf: Was ist zu beachten?

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Berlin -

Der Sprechstundenbedarf (SSB) dient der ambulanten Versorgung von gesetzlich Versicherten sowie Angehörigen der Bundeswehr oder der Bundespolizei in der Arztpraxis. Die Vereinbarung zwischen den Kassen und den Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) gilt nicht für die ambulante Versorgung von Privatpatienten sowie Unfallverletzten bei Arbeits- oder Wegeunfällen. Ausgeschlossen ist außerdem die Versorgung aufgrund von ambulanten Operationen im Krankenhaus oder Hochschulambulanzen sowie durch Notärzte im Rettungseinsatz. Bei Verordnung und Belieferung sind viele Dinge zu beachten.

Laut Gesetz gelten als SSB nur „Produkte und Produktgruppen, die ihrer Art nach bei mehr als einem Berechtigten im Rahmen der ärztlichen Behandlung angewendet werden oder bei Notfällen für einige Berechtigte zur Verfügung stehen müssen“. Bei der Verordnung müssen die Anlagen der Vereinbarungen zu SSB und Impfstoffen beachtet werden. Im Register „Arzneimittel“ sind die verordnungsfähigen Produkte aufgelistet. Alle nicht in der Anlage genannten Produkte und Produktgruppen sind nicht verordnungsfähig.

Verordnungsfähige Vakzine zur Prävention sind in der Anlage „Impfstoffe“gelistet. Darüber hinaus kann beispielsweise das Immunglobulin gegen Wundstarrkrampf zur Erstversorgung – wenn nicht der Unfallversicherungsträger zuständig ist – im Rahmen des SSB bestellt werden. Ein weiteres Beispiel ist die Immunisierung im Rahmen der Mutterschaftsvorsorge. Impfstoffe zur Postexpositionsprophylaxe können im Einzelfall Bestandteil der vertragsärztlichen Versorgung sein, müssen aber auf Muster-16-Formular verordnet werden.

Arznei- und Verbandmittel sowie Medizinprodukte, die nur für einen einzigen Patienten bestimmt sind, dürfen nicht im Rahmen des SSB versorgt werden. Die benötigten Produkte müssen zu Lasten der Kasse auf den Namen des Versicherten verordnet werden. Werden nicht alle Produkte aufgebraucht, können diese jedoch dem SSB der Praxis zugerechnet werden.

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