Rezeptur-Sonderfälle: Was ist zu beachten? Teil 2

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Probleme kann auch die verordnete Menge einer Rezeptur bereiten. Das Krankenhaus darf Medikamente nur für maximal sieben Tage ausstellen, und diese Angabe kann bei Rezepturen durchaus strittig sein. Hier hat man bei Ersatzkassen weniger Probleme als bei verschiedenen Primärkassen, jedoch sollte in jedem Fall eine grobe Überschreitung dieser Wochenregel vermieden werden. So wäre für kortisonhaltige Cremes, die nur punktuell angewendet werden sollen, eine Verordnungsmenge von 100 Gramm sicher zu viel.

Fall 6: Auf der Verordnung stehen mehrere Rezepturen. Streng genommen handelt es sich hier um einen Fehler des Arztes, denn pro Rezept darf nur eine einzige Rezeptur aufgeschrieben werden. Hier unterliegt die Apotheke eigentlich keiner Prüfpflicht und die Krankenkassen dürften nicht retaxieren. Trotzdem machen mehrere Rezepturen auf einem Verordnungsblatt in der Praxis Schwierigkeiten, denn die meisten Programme drucken die Taxierung auf einen bestimmten Platz auf dem Rezept. Bei zwei oder drei verschiedenen Rezepturen würde dieser mehrfach überdruckt und somit unleserlich werden.

Hier ist es sinnvoll, sich mit der ausstellenden Arztpraxis in Verbindung zu setzen und aufgrund des vorliegenden Formfehlers um eine Neuausstellung zu bitten. Ist der Arzt nicht zu erreichen, weil er Urlaub hat oder das Wochenende vor der Tür steht, darf das Rezept aber beliefert werden und sollte dann händisch und übersichtlich mit der Taxierung versehen werden. Aufgrund eines solchen Arztfehlers mit der Herstellung zu warten, bis dieser wieder erreichbar ist, wäre ein Verstoß gegen die nicht weiter definierte „angemessene Zeit“, in der eine Rezeptur angefertigt werden muss.

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