Packungsgrößenverordnung

N-Größen: Mathematik bei der Abgabe Nadine Tröbitscher, 05.01.2017 09:30 Uhr

Berlin - Rabattverträge, Substitutionsausschlussliste und Stückzahlverordnungen bestimmen den Alltag in Apotheken. Einen klaren Kopf bei der Rezeptbelieferung zu behalten, kann das ein oder andere Mal schwer fallen. Dürfen oder müssen gar mehr Tabletten abgegeben werden, wenn doch weniger verordnet sind? Wie war das noch mit den Normgrößen und den Stückzahlen? Fallbeispiel: Roxithromycin.

Der Apotheke liegt eine Verordnung über Roxithromycin zu 300 mg in der Packungsgröße à sieben Tabletten vor. Das Aut-idem-Kreuz ist nicht gesetzt. Der Rabattpartner der Krankenkasse bietet zehn Tabletten an. Welche Stückzahl tatsächlich abgegeben werden darf, gilt es nun zu ermitteln.

Die Packungsgrößenverordnung dient als Arbeitshilfe, um den gültigen Normbereich der Wirkstoffe beziehungsweise Indikationen zu ermitteln. Für Antibiotika wie Roxithromycin gilt: N1 sind 7 bis 11 Tabletten; N2 sind 13 bis 15 Tabletten und N3 sind 19 bis 20 Tabletten. Im Grundsatz gilt die Regelung, dass für die N1 die Anzahl der einzelnen Anwendungen nicht um 20 Prozent abweichen darf. Im Falle der mittleren Normgröße darf die Abweichung nicht mehr als 10 Prozent betragen und für die N3 maximal 5 Prozent niedriger sein. Der Korridor ergibt sich bei Roxithromycin, da die N1 auf 9 Tabletten festgelegt wurde.

Da die verordnete Menge in den aktuellen N-Bereich fällt, muss die rabattierte Packung à 10 Tabletten abgegeben werden. Würde die rezeptierte Menge außerhalb der festgesetzten Spanne liegen, müsste die tatsächlich verordnete Menge beliefert werden. Dabei gilt es die Rabattverträge der entsprechenden Menge zu beachten.
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