Neuer Rahmenvertrag: Die Fragen der Kollegen

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Frage: Was mache ich mit meinen Parkinson-Patienten, die vom Neurologen auf die Originalpräparate eingestellt sind, aber der Arzt kein Aut-idem-Kreuz setzt?
Antwort: Entsprechend der Abgaberangfolge ist das Rabattarzneimittel zu liefern. Ist das verordnete Arzneimittel nicht rabattiert und aut-idem nicht gesetzt, bestehen jedoch beispielsweise pharmazeutische Bedenken gegen einen Austausch, kann bei einer Verordnung im generischen Markt gemäß § 12 eines der vier preisgünstigsten Arzneimittel abgegeben werden – oder das verordnete, wenn es zu den vier preisgünstigsten gehört.

Das abgegebene Arzneimittel darf nicht teurer sein, als das verordnete, denn dies gilt als Preisanker. Apotheken müssen nach § 14 den Vorgang auf der Verordnung entsprechend dokumentieren, hierbei ist eine Konkretisierung der pharmazeutischen Bedenken erforderlich. Bestehen gegen die vier preisgünstigsten Arzneimittel und die Rabattpartner der Kasse pharmazeutische Bedenken, ist Faktor 9 aufzudrucken, die weitere Abgaberangfolge ist einzuhalten und der Preisanker zu beachten. Wird dieser überschritten ist Rücksprache mit dem Arzt zu halten und dies zu dokumentieren.

Frage: Ist es richtig, dass ich Rezepte nicht mehr vom Arzt gegenzeichnen lassen muss, auch wenn ich ein teureres Import-Arzneimittel abgebe oder 100 statt 50 Tabletten – vorausgesetzt ich habe Rücksprache mit dem Arzt gehalten?
Antwort: Nach telefonischer Arztrücksprache ist eine teurere Versorgung möglich, dies ist auf der Verordnung zu dokumentieren.

Wird die Menge nach telefonischer Rücksprache mit dem Arzt im Vergleich zur verordneten erhöht, sollte eine neue Verordnung angefordert werden. Die Mengenänderung gehört nicht zu den Heilungsmöglichkeiten nach § 6 Absatz 2 c.

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