Wirkstoffcheck

Interaktionen und Nebenwirkungen: Loperamid APOTHEKE ADHOC, 01.11.2019 14:05 Uhr

Wechselwirkungen
Bei gleichzeitiger Einnahme von Verapamil, Nifedipin, Ritonavir oder Chinidin verbleibt Loperamid in höheren Konzentrationen im zentralen Nervensystem. Dies führt zu typischen zentralen Opiod-Wirkungen wie der Herabsetzung der Schmerzempfindlichkeit und der Abflachung der Atmung. Darüber hinaus können stimmungsaufhellende Effekte eintreten. Ähnliche Wechselwirkungen gibt es mit den Antimykotika Ketoconazol und Itraconazol oder mit dem Antibiotikum Clarithromycin. Bei Arzneimitteln mit ähnlichen pharmakologischen Eigenschaften kann die Wirkung potenziert werden. Bei gleichzeitiger Einnahme von Arzneimitteln, die die gastrointestinale Passage beschleunigen, ist die antidiarrhoische Wirkung hingegen abgeschwächt.

Kontraindikationen
Loperamid darf nicht angewendet werden, wenn aufgrund möglicher Risiken von Folgeerscheinungen (Ileus, Megacolon) eine Hemmung der Peristaltik vermieden werden muss. Beim Auftreten von Obstipation, aufgetriebenem Leib oder Ileus muss die Einnahme beendet werden. Kinder unter 2 Jahren dürfen nicht mit Loperamid behandelt werden. Bei Kindern zwischen 2 und 5 Jahren wird die Dosierung nach dem Körpergewicht berechnet. Das Medikament sollte nicht während Schwangerschaft, insbesondere nicht im ersten Trimenon, und in der Stillzeit eingenommen werden.

Reisedurchfall mit Fieber sollten Urlauber nur in Ausnahmefällen medikamentös stoppen. Mit Durchfall wehrt sich der Körper gegen schädliche Keime, die mit einer erhöhten Ausscheidung entsorgt werden sollen. Loperamid setzt die Darmtätigkeit herab, wodurch Keime länger im Körper verbleiben. Ein Fall für den Arzt ist Durchfall, wenn er länger als fünf Tage anhält. Auch wenn Blut oder Schleim im Stuhl zu sehen sind oder es zu Kreislaufstörungen kommt, sollten Betroffene einen Arzt konsultieren.

Missbrauch
Personen, die das Arzneimittel missbräuchlich verwenden, nehmen parallel andere Arzneimittel oder Lebensmittel ein, um die Absorption und Penetration über die Blut-Hirn-Schranke zu erhöhen und ein Gefühl der Euphorie zu erreichen. Dieser Rauschzustand wird zum Beispiel durch gleichzeitiges Trinken von Grapefruit-Saft erreicht. Eine weitere Möglichkeit, um einen Opioid-Rausch zu erreichen, sei das Rauchen des in den Hartkapseln enthaltenen Pulvers. Die Einnahme hoher Dosen Loperamid kann Entzugserscheinungen von Opioden lindern.

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