Rezeptur Retax

Inkompatible Kombinationen Alexandra Negt, 19.06.2020 14:36 Uhr

Clotrimazol – Betamethasonvalerat – Zinkoxidschüttelmixtur

Bei dieser Kombination stellt die Grundlage das Problem dar. Die Stabilität von Glucocorticoiden in zinkoxidhaltigen Zubereitungen ist begrenzt. In der wasserhaltigen Grundlage ist mit einer hohen Instabilität des zersetzungsempfindlichen Betamethasonvalerat zu rechnen. Ein Austausch gegen ein stabileres Externsteroid wie Triamcinolonacetonid ist in wasserhaltigen Zinkgrundlagen fragwürdig. Besser ist es, die Grundlage auszutauschen oder zwei getrennte Rezepturen herzustellen.

Clotrimazol – Betamethasonvalerat – Salicylsäure – anionische hydrophile Creme

Hier kann eine Herstellung auch mit sehr beschränkter Haltbarkeit nicht erfolgen. Zum einen hat die Creme durch die enthaltene Salicylsäure einen pH-Wert von etwa 2,5 – solch ein saurer Bereich gilt für Zubereitungen mit Clotrimazol als inkompatibel. Darüber hinaus kann es zur Salzbildung zwischen den entstehenden Clotrimazol-Kationen und dem anionischen Emulgator kommen – mit der Zeit führt diese Wechselwirkung zum Brechen der Emulsion. Die wasserhaltige hydrophile Salbe DAB muss durch eine nichtionische Grundlage ausgetauscht werden. Nach Untersuchungen des Zentrallaboratoriums kann eine Rezeptur mit Salicylsäure und Clotrimazol in nichtionischer hydrophiler Creme bei Raumtemperatur eine Woche haltbar gemacht werden. Die zusätzliche Einarbeitung des Kortisons senkt den pH-Wert zusätzlich, sodass eine getrennte Herstellung mit verlängerter Aufbrauchfrist empfehlenswert ist. Die getrennte Herstellung bietet einen weiteren Vorteil: Das Antimykotikum kann als Monorezeptur auch noch dann angewendet werden, wenn die Keratolyse nicht mehr notwendig und die Entzündung abgeheilt ist.

Clotrimazol – Betamethasonvalerat – Erythromycin – anionische hydrophile Creme

Hier sind gleich mehrere Faktoren problematisch. Erythromycin gilt als Mimose unter den Rezeptursubstanzen bezogen auf den pH-Wert. Liegt die Rezeptur außerhalb des rezeptierbaren Bereichs, so zersetzt sich das Antibiotikum relativ schnell – mitunter ist nach 48 Stunden kaum noch Wirkstoff vorhanden. Zwei Substanzen innerhalb dieser Zusammensetzung passen nicht zum Makrolid. Zum einen hat Betamethason sein Wirkoptimum im Sauren, zum anderen ist die Grundlage mit Sorbinsäure konserviert. Eine einfache Herstellung ist somit nicht möglich. In Abhängigkeit von der Erythromycin-Konzentration resultiert ein pH-Wert, der entweder die Wirkstoffzersetzung beschleunigt oder die Konservierung beeinträchtigt. Eine Haltbarkeit länger als eine Woche ist nicht möglich. Das NRF empfiehlt für Erythromycin-haltige Rezepturen eine verdünnte Basiscreme als Grundlage. Die getrennte Herstellung zweier Rezepturen ist zu bevorzugen. Beharrt der Hautarzt auf einer Kombination der Wirkstoffe, so sollte über einen Austausch des Kortisons gesprochen werden. Zu den stabileren Vertretern gehört Triamcinolonacetonid.

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