Apo-Tipp

Fresh-Up: Grünes Rezept Eva Bahn, 08.08.2019 14:54 Uhr

Tipp drei: Warum bekommt der Kunde ein apothekenpflichtiges Medikament auf grünem Rezept, obwohl der Wirkstoff auch in verschreibungspflichtigen Medikamenten verarbeitet wird?
Ein Beispiel hierzu ist Ibuprofen, das in der Variante mit 400 Milligramm sowohl auf einem grünen, als auch auf rosa Rezept verordnet werden könnte. Die Kassen verlangen von den Ärzten Verordnungen, die medizinisch zweckmäßig und ausreichend sind. Wird dies von apotheken- und verschreibungspflichtigen Medikamenten erfüllt, so sind zunächst aus wirtschaftlichen Gründen je nach zugrundeliegender Indikation die apothekenpflichtigen vorzuziehen.

Tipp vier: Einreichen des grünen Rezeptes bei der Einkommensteuererklärung.
Sollte die Krankenkasse das grüne Rezept nicht übernehmen, so kann es bei der Einkommensteuererklärung immerhin noch als Beleg für die sogenannten „außergewöhnlichen Belastungen“ genutzt werden. Hier reicht jedoch das bedruckte Rezept alleine nicht aus, denn der Fiskus benötigt zusätzlich noch die Quittung darüber, dass das Medikament auch bezahlt wurde. Hierzu wird in drei Stufen (bis 15.340 Euro, bis 51.130 Euro und ab 51.130 Euro) festgesetzt, dass Ausgaben zwischen 1 und 7 Prozent des brutto verfügbaren Jahreseinkommens eine zumutbare Belastung darstellen. Hier wird auch noch unterschieden, ob man alleinstehend, verheiratet oder mit Familie lebt.

Tipp fünf: Wie lange ist das Grüne Rezept überhaupt gültig?
Da Medikamente die auf diese Weise verordnet werden, zunächst einmal selbst bezahlt werden müssen, überlegen viele Patienten erst einmal einige Zeit, ob sie das Rezept überhaupt einlösen sollen. Hier muss man sich aber keine Sorgen machen, denn das Grüne Rezept ist unbegrenzt gültig. Während ein blaues Privatrezept nur drei Monate beliefert werden darf, kann das grüne Pendant dazu auch noch ein Jahr später abgerechnet werden, da es nur als „Einnahmeempfehlung“ des Arztes gilt.

Cave: Manche Ärzte nutzen die grünen Formulare statt der blauen, um verschreibungspflichtige Medikamente für Kassenpatienten zu verordnen. Das passiert dann, wenn die Arzneimittel nicht zum Leistungskatalog gehört, und wird oft bei Schlafmitteln so gehandhabt. Die Ärzte nutzen hier gerne das grüne Formular, weil es sie nichts kostet – rechtlich gesehen ist es aber dann als blaues Privatrezept zu werten und hat daher nur drei Monate Gültigkeit.

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