Verschreibungspflicht

Einmal die Pille, ich bin Zahnarzt! APOTHEKE ADHOC, 01.08.2018 07:53 Uhr

Berlin - Kein Rezept, aber einen Arztausweis: Für den Eigenbedarf von Ärzten bedarf es keiner Verschreibung in schriftlicher Form, wenn der Mediziner mit einem Arztausweis Gewissheit über seine Approbation schafft. Am HV gibt es jedoch immer wieder Diskussionen; zum einen über die Gültigkeit des Arztausweises und zum anderen über den Verantwortungsbereich.

Verschreibungspflichtige Arzneimittel dürfen nur bei Vorlage einer gültigen ärztlichen, zahnärztlichen oder tierärztlichen Verschreibung abgegeben werden. Dabei dürfen Mediziner jedoch nur in ihrem Verantwortungsbereich rezeptieren. Dies gilt auch für den Eigenbedarf oder den „Freundschaftsdienst“ für die Familie und die netten Nachbarn. Streit am HV gibt es oftmals um hormonelle Kontrazeptiva.

Zahnärzte dürfen nur im Rahmen ihrer Approbation verordnen. Hierzu zählen jedoch keine Hormonpräparate, Antidiabetika oder Dermatika. Denn der Bereich der Dentalheilkunde umfasst lediglich Dentalpharmazeutika, Analgetika, Antibiotika, Sedativa und Rachentherapeutika, sofern es der Erkennung oder Heilung von Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten dient. Alle anderen Arzneimittel außerhalb der Zuständigkeit sind also tabu.

Was aber, wenn der Zahnarzt der netten Patientin in Not helfen will und doch das Kontrazeptivum zu Lasten der Kasse verordnet? Aufschluss bietet der Kommentar zu § 1 Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV) und § 17 Apothekenbetriebsordnung (ApBetrO). Apotheker haben eine Prüfpflicht, ob der Arzt entsprechend seiner Approbation verordnet. So handelt es sich um eine nicht gültige Verschreibung im Sinne der AMVV, wenn das Rezept von einer nicht befugten Person ausgestellt wurde. Somit darf dieses nicht beliefert werden. Beachtet die Apotheke das Verbot nicht, läuft sie Gefahr, von der Kasse retaxiert zu werden.

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