BtM: Wirkstoffhaltige Pflaster

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Berlin - Schmerzpflaster werden zur Therapie von chronischen Schmerzen eingesetzt. Vor der ersten Anwendung sollte der Patient zur richtigen Anwendung beraten werden. Doch auch nach der Anwendung gibt es einige Punkte zu beachten, denn wirkstoffhaltige Pflaster wollen nicht nur richtig geklebt, sondern auch richtig entsorgt werden. Zum Zeitpunkt des Pflasterwechsels sind die transdermalen Systeme noch mit Arzneistoff beladen und bergen ein Missbrauchspotenzial. Ein Vordruck für den Patientenpass als Download gibt es hier.

Viele schmerzmittelhaltige Pflaster fallen unter das Betäubungsmittelgesetzt (BtMG). Die dermal zu applizierenden Darreichungsformen enthalten Wirkstoffe wie Fentanyl oder Buprenorphin. Hierbei handelt es sich um stark wirksame Analgetika aus der Gruppe der Opioide. Fentanyl und Buprenorphin binden mit hoher Affinität am μ-Opioidrezeptor und lindern dadurch zentral Schmerzen. Solch hochpotente Opioide gehören zur Stufe 3 des WHO-Stufenschemas zur Schmerzbehandlung und werden bei postoperativen sowie Tumorschmerzen gegeben.

Verordnung muss eindeutig sein

Bei der Belieferung eines BtM-Pflasterrezeptes muss die Verordnung auf Eindeutigkeit geprüft werden. Das Arzneimittel muss namentlich genannt sein. Sind andere identische Präparate am Markt, so muss der Rabattvertrag bei identischer Beladungsmenge, Freisetzungsrate und Applikationshöchstdauer beachtet werden. Das Präparat muss ausgetauscht werden. Anderenfalls kann der Arzt das Aut-idem-Kreuz setzen. Befürchtet Apotheker:in und PTA, dass der Patient die Pflaster bei einem Austausch nicht korrekt anwendet oder ein die Therapie aus anderen Gründen gefährdet ist, so können pharmazeutischen Bedenken geltend gemacht werden. Diese muss schriftlich kurz begründet und abgezeichnet werden. Auch die Sonder-PZN darf nicht vergessen werden. Danach kann eines der der vier preisgünstigsten Präparate nach §12 Rahmenvertrag abgegeben werden.

Weiterhin gilt: Ein rabattiertes Original hat Vorrang vor einem nicht rabattierten Import. Gleiches gilt auch im umgekehrten Fall. Original und Import gelten als identische Präparate – auch bei BtM. Somit schützt ein von Arzt oder Ärztin gesetztes Aut-idem-Kreuz nicht vor einem Austausch von Original und Import. Beim Austausch von BtM-Pflastern ist es wichtig, dass nicht nur die Beladungsmenge, sondern auch die Freisetzungsrate identisch sind. Was allerdings variieren darf, ist die Pflastergröße. Hierauf sollten Patient:innen bei einem Austausch aufmerksam gemacht werden, sodass es daheim nicht zu Überraschungen kommt.

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