Retax-Wahnsinn

BtM: Nullretax wegen fehlendem „A“ APOTHEKE ADHOC, 08.01.2019 07:54 Uhr

Ärzte dürfen für einen Zeitraum von 30 Tagen maximal zwei der unter § 2 Abs. 1 BtMVV, Buchstabe a gelisteten Arzneimittel bis zur aufgeführten Höchstmenge verordnen. Diese Grenze ist auch bei Verordnungen auf unterschiedlichen Rezepten für einen Patienten zu beachten sowie bei der Verordnung von unterschiedlichen Fertigarzneimitteln mit identischem Wirkstoff.

Der Teufel legt im Detail. Für den Wirkstoff Lisdexamfetamin beträgt die Höchstgrenze für 30 Tage 2100 mg. Wird die Dosierung zu 70 mg in der Packungsgröße zu 30 Hartkapseln verordnet, ist die zulässige Höchstmenge demnach bereits erreicht. Folgt die nächste Verordnung vor Ablauf der 30-Tagefrist, muss der Arzt also bereits die zweite Verordnung mit einem „A“ kennzeichnen.

Der Buchstabenirrsinn zieht sich weiter durch die BtMVV. So muss auf Verordnungen des kleinen Take-home-Bedarfs im Rahmen der Substitutionstherapie die Buchstabenreihenfolge „SZ“ aufgebracht werden. In der BtMVV heißt es dazu: „Die Verschreibung ist nach dem Buchstaben ‚S‘ zusätzlich mit dem Buchstaben ‚Z‘ zu kennzeichnen.“ Die Reihenfolge „ZS“ ist somit unzulässig.

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