Selbstmedikation

Beratungs-Check: Glutenunverträglichkeiten Cynthia Möthrath, 17.01.2020 14:50 Uhr

Die Diagnose erfolgt vor allem durch eine Ernährungsumstellung: Denn meist kommt es bei einem konsequenten Verzicht von Gluten zu einer schnellen Besserung der Beschwerden. Glutenfreie Getreidesorten sind Reis, Mais, Wildreis, Hirse, Buchweizen, Amaranth und Quinoa. Bei der Verarbeitung ist es wichtig, dass die Getreidesorten nicht mit Rückständen von glutenhaltigen Getreidesorten vermischt werden. Grundsätzlich glutenfrei sind unverarbeitete Lebensmittel wie Obst, Gemüse und Salat, Kartoffeln und Milchprodukte wie Naturjogurt, Buttermilch, Quark und Butter. Ebenso können beispielsweise unverarbeitetes Fleisch und Fisch ohne Panade, sowie Eier bedenkenlos verzehrt werden.

Für die weitere Diagnose werden zudem bestimmte Antikörper im Blut bestimmt, die Hinweise auf die Erkrankung liefern können. Eine endgültige Absicherung der Diagnose liefert eine Dünndarmbiopsie. Bei der Entstehung spielen sowohl erbliche Faktoren eine wichtige Rolle wie auch das Immunsystem, Ernährung und verschiedene Umweltfaktoren. Die genauen Zusammenhänge sind bisher noch nicht vollständig geklärt. Die Zöliakie muss nicht zwingend ab dem Kindesalter bestehen, viele Patienten entwickeln erst später eine Intoleranz. Die Unverträglichkeit bleibt dann jedoch lebenslang bestehen und kann bisher nicht ursächlich behandelt werden. Unverzichtbar für eine Besserung ist daher die Einhaltung einer lebenslangen, streng glutenfreien Diät – nur so kann die geschädigte und entzündete Darmschleimhaut abheilen und ihre Funktion wieder ordnungsgemäß aufnehmen. Schon bei der Aufnahme von kleinsten Glutenmengen kann es erneut zu Schädigungen kommen. Wird die Diät jedoch konsequent eingehalten, leben die Patienten meist ohne Beschwerden.

Bei einigen Menschen wird eine Glutenintoleranz diagnostisch mithilfe der Antikörperbestimmung und einer Biopsie ausgeschlossen, dennoch stellt sich unter einer glutenfreien Diät eine Besserung der Symptome ein. Ist dies der Fall, sprechen Experten häufig von einer Glutensensitivität (GS). Abzugrenzen von diesen beiden Formen ist die Weizenallergie, bei der es zur Bildung spezifischer Immunglobulin-E-Antikörper oder T-Lymphozyten kommt, die sich gegen bestimmte Allergene im Weizen richten. Auch hier hilft meist eine glutenfreie Ernährung, um die Beschwerden in den Griff zu bekommen.

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