Pflaster & Co. 

Abgabehinweise für Verbandmittel APOTHEKE ADHOC, 31.07.2020 12:18 Uhr

Achtung bei Mischverordnungen

Verbandmittel, also Medizinprodukte, werden oftmals zur Anwendung von Hilfsmitteln benötigt – es liegt nahe, dass der Arzt beides auf einem Rezept verordnet. Eine Belieferung von solchen Mischverordnungen ist allerdings nicht möglich. Für die GKV gilt: Hilfsmittel sind auf einem gesonderten Rezeptblatt, ebenfalls Muster 16, getrennt von Arznei- und Verbandmitteln zu verordnen. Für die korrekte Abrechnung muss das vorgesehene Statusfeld mit der Ziffer 7 gekennzeichnet werden. Der Grund: Hilfsmittel sind nicht budgetiert. Durch die getrennte Verordnung soll vermieden werden, dass Hilfsmittel versehentlich in das Arznei-, Verband- und Heilmittelbudget des Arztes hineingerechnet werden. Ein Beispiel aus der Praxis: Neben zehn Urinbeuteln sind passende Kompressen auf einer Rezeptvorlage verordnet. Auch, wenn beides für einen Vorgang am Patienten benötigt wird, so kann das Rezept nicht durch die Apotheke beliefert werden. Ein zusätzliches Rezept ist anzufordern.

Verbandmittel können unter anderem folgende Aufgaben erfüllen: Blutungen stillen, Exsudate aufsaugen, Wunden reinigen, vor äußeren Einflüssen schützen, Granulation fördern, heilungsförderndes Mikroklima schaffen, bewahren oder wiederherstellen, Körperteile stützen, verbinden, umhüllen, komprimieren, Arzneimittel applizieren, Schmerzen verhindern oder lindern. Als Beispiele für Verbandmittel gelten: Produkte für die moderne Wundversorgung wie beispielsweise Hydrogele oder Hydrokolloide, aber auch Alginate, Schäume, Wundauflagen mit Beschichtung (Silber) und aktive Wundauflagen. Auch Verbandwatte, Kompressen, Tamponaden, Fixierbinden und -pflaster, Wundpflaster, Kompressions-, Stütz-, Entlastungs- und Steifverbände, Gipsverbände sowie Zinkleimbinden können zu Lasten der GKV als Verbandmittel verordnet werden.

Sind Antiseptika bei der Abgabe von Verbandmitteln verordnungsfähig?

Generell gilt: Antiseptika sind nur verordnungsfähig, wenn sie als Arzneimittel zugelassen sind. Sie können dann gemeinsam mit einem Verbandstoff auf einer Muster-16-Vorlage rezeptiert werden. Zu Lasten der GKV können Desinfektionsmittel wie Octenisept in folgenden Fällen abgegeben werden:

  • Für Kinder bis zur Vollendung des 12. Lebensjahres
  • Bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres bei Entwicklungsstörungen
  • Für Erwachsene können nur in Ausnahmefällen
    • zur Selbstbehandlung schwerwiegender generalisierter blasenbildender Hauterkrankungen
    • für Patienten mit Katheterisierung
    • Jod-Verbindungen für Patienten mit Ulcera und Dekubitalgeschwüren

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