Versandapotheken

Shop-Apotheke will Umsatz verdoppeln APOTHEKE ADHOC, 12.03.2018 12:42 Uhr

Berlin - 

Die Shop-Apotheke hat sich für 2018 Großes vorgenommen: Der niederländische Versender will den Konzernumsatz im laufenden Geschäftsjahr beinahe verdoppeln. Beim Ebitda will das Unternehmen den Schritt in die schwarzen Zahlen schaffen.

„Auch 2018 werden wir den Fuß nicht vom Gaspedal nehmen“, kündigt Finanzchef Dr. Ulrich Wandel an. Eine attraktive Kombination aus schnellem Wachstum und Profitabilität sei das Ziel. Der Vorstand erwartet eine Zunahme des Konzernumsatzes von 87 bis 97 Prozent auf 530 bis 560 Millionen Euro, der insbesondere durch das internationale Geschäft und die Konsolidierung der Europa Apotheek getrieben werden soll.

Die europäischen Märkte Österreich, Frankreich, Belgien, Niederlande, Spanien und Italien waren auch 2017 schon die größten Wachstumsmotoren. Um mehr als 143 Prozent hatte die Shop Apotheke ihr Geschäftsvolumen im Segment International gesteigert, von gut 30 auf fast 74 Millionen Euro. Die Zahl der aktiven Kunden in Europa stieg von 1,8 auf 2,7 Millionen. In Deutschland war das Wachstum weniger stark, aber immer noch beachtlich: Um 44 Prozent auf 209 Millionen Euro stieg hierzulande der Umsatz.

Neben dem organischen Wachstum trug auch die im vierten Quartal übernommene Europa Apotheek mit 25 Millionen Euro zur Umsatzsteigerung bei. „Durch die Übernahme der Europa Apotheek haben wir unseren Sortimentsfokus um rezeptpflichtige Medikamente erweitert und uns so neue Wachstumspotenziale in Deutschland und zukünftig international erschlossen“, so Wandel. Bisher macht der Rx-Versand rund 25 Prozent des Umsatzes aus, drei Viertel entfallen auf OTC- und Pflegeprodukte. Die Debatte um das geplante Rx-Versandverbot wird in Venlo also sehr genau verfolgt. Die Existenz des Unternehmens sei dadurch jedoch nicht bedroht, so Wandel.

Die große Jahresaufgabe wird die Markenstrategie sein. Die Einführung eines gemeinsamen Markenauftritts sei Ende 2018 geplant, hatte Wandel angekündigt. Ab 2019 erwarte man dadurch Synergien von 2 bis 2,5 Millionen Euro. Ob auch das Rx-Geschäft dann unter der Marke Shop-Apotheke abgewickelt werde, sei noch nicht entschieden. Nach den Übernahmen der vergangenen zwei Jahre wird das Geschäft der Shop-Apotheke derzeit unter mehreren Markennamen betrieben. International tritt der Versender auch unter dem Namen der 2016 übernommenen belgischen Versandapotheke Farmaline auf. Mit dem Discounter Vitazita soll außerdem eine besonders preisbewusste Klientel vor allem auf Preisvergleichsportalen abgefangen werden

Mittelfristig soll das alles unter einem Markendach zusammengeführt werden. Vergangenen Dezember hatte Finanzchef Wandel in einem Interview angedeutet, weitere Übernahmen in Deutschland zu erwägen, auf Nachfrage hatte das Unternehmen dann aber zurückgerudert. Bei der Bilanzvorstellung war nun die Rede davon, dass der Vorstand verschiedene Finanzierungsoptionen prüfe, „um bei sich bietenden Gelegenheiten flexibel reagieren und Chancen wahren zu können.“

Das Investitionsvolumen werde sich in diesem Jahr „im niedrigen zweistelligen Millionenbereich“ bewegen, so die Ankündigung. Dabei will das niederländische Unternehmen vor allem für die Automatisierung und Erhöhung der Kapazität des Lagers sowie die Optimierung der Softwaresysteme Geld in die Hand nehmen. Außerdem soll in die unternehmensweit vereinheitlichte Zahlartensteuerung investiert werden, um den Kaufabwicklungsprozess von Bestellungen und die Weiterentwicklung des Kundenmanagements über alle Ländershops hinweg einheitlich zu gestalten.